{"Signatur": "BE_AK_001", "Spider": "BE_Anwaltsaufsicht", "Datum": "2024-10-14", "PDF": {"Datei": "BE_Anwaltsaufsicht/BE_AK_001_AA-2024-162_2024-10-14.pdf", "URL": "https://www.aa-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/AA_2024_162_c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61f88c04868cd39b8ff5f384d89b93c3a403cbbefd674516a8690588374d2936630487dc4e0761bb1247a74cf7ffdc337f0?path=c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61f88c04868cd39b8ff5f384d89b93c3a403cbbefd674516a8690588374d2936630487dc4e0761bb1247a74cf7ffdc337f0&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=AA_2024_162", "Checksum": "a7501c44b6d9cbb5b89d6a41ecac05e7"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA 2024 162"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 14.10.2024 AA 2024 162"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats 14.10.2024 AA 2024 162"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 14.10.2024 AA 2024 162"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "5er Besetzung  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Verletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA); Verstoss gegen das auferlegte Berufsausübungsverbot; befristetes Berufsausübungsverbot (Art. 17 Abs. 2 BGFA) | Disziplinarverfahren"}], "ScrapyJob": "446973/21/1982", "Zeit UTC": "25.09.2025 00:10:56", "Checksum": "43c2a73f247d9a3c8da81327bae30fa0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 14.10.2024 AA 2024 162\nRegeste:\nVerletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA); Verstoss gegen das auferlegte Berufsausübungsverbot; befristetes Berufsausübungsverbot (Art. 17 Abs. 2 BGFA) | Disziplinarverfahren\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAnwaltsaufsichtsbehörde Autorité de surveillance\ndes avocats\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern AA 2024 162/165\nTelefon +41 31 635 48 05\nanwaltsaufsicht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 14. Oktober 2024\n\nBesetzung Oberrichter Zuber (Präsident), Fürsprecherin Marti (Referentin),\nGerichtspräsidentin Zürcher, Gerichtspräsident Blaser, Oberrichterin Falkner, Rechtsanwalt Schnidrig, Rechtsanwalt Prof. Dr.\nStalder,\nGerichtsschreiberin Spielmann\n\nVerfahrensbeteiligte Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 3011 Bern\nAnzeigerin 1\nund\nRegionalgericht Bern-Mittelland, Strafabteilung, Hodlerstrasse\n7, 3011 Bern\nAnzeigerin 2\nund\nSchlichtungsbehörde Berner Jura-Seeland, Neuengasse 8,\nPostfach 5555, 2501 Biel\nAnzeigerin 3\n\ngegen\n\nA.________\nDisziplinarbeklagte\n\nGegenstand Disziplinarverfahren\n\nAnzeigen vom 26. Juni, 8. Juli und 22. Juli 2024\nRegeste:\nVerletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a\nBGFA); Verstoss gegen das auferlegte Berufsausübungsverbot; befristetes Berufsausübungsverbot (Art. 17 Abs. 2 BGFA)\nDie Disziplinarbeklagte hat gegen Art. 12 lit. a BGFA verstossen, indem sie erneut als\nRechtsvertreterin in Verwaltungsgerichtsbeschwerdeverfahren gesetzliche und richterliche\nFristen verpasst hat.\nDie Disziplinarbeklagte hat weiter in zwei Fällen gegen das ihr auferlegte (befristete) Berufsausübungsverbot verstossen.\nDie Disziplinarbeklagte wurde bereits kürzlich – teilweise wegen derselben Verstösse –\ndiszipliniert. Die wiederhole und bewusste Inkaufnahme bzw. gar vorsätzlich begangene\nVerletzung von grundlegenden und wesentlichen Berufsregeln (Wahrung von Fristen, Beachtung eines disziplinarisch ausgesprochenen Berufsausübungsverbots) legt ein Berufsverständnis offen, welches inakzeptabel ist. Zudem führten beide Verstösse gegen die Berufsregeln bei den Klienten entweder zu einem Rechtsverlust oder zu einer deutlichen\nSchlechterstellung in den Verfahren. Ein befristetes Berufsausübungsverbot von zwölf Monaten erscheint angebracht.\n\n2\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte und Sachverhalt\n\n1. Gestützt auf Art. 15 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit\nder Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) wandte sich die\nSozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern\n(nachfolgend: Anzeigerin 1) mit Eingabe vom 26. Juni 2024 (zum vierten Mal) an die\nAnwaltsaufsichtsbehörde des Kantons Bern. Bereits mit den Schreiben vom 17. Januar 2022, 28. März und 17. August 2023 teilte die Anzeigerin 1 der Anwaltsaufsichtsbehörde mit, es sei ihr aufgefallen, dass A.________ (nachfolgend: Disziplinarbeklagte) in den vergangenen Jahren mehrfach Fristen verpasst habe, was zu einem Nichteintreten auf die von ihr verfassten Beschwerden geführt habe. Ebenfalls\nhabe sie richterliche Fristen nicht eingehalten. Erneut sei es vorgekommen, dass die\nAnzeigerin 1 gemäss anonymisiertem Urteil vom 8. April 2024 (UV 200.2024.244)\nnicht auf eine Beschwerde habe eintreten können, weil die Disziplinarbeklagte die\nBeschwerdefrist verpasst habe. Zudem habe diese erneut richterliche Fristen nicht\neingehalten, seit Januar 2024 sei sie deswegen gestützt auf Art. 46 des bernischen\nGesetzes über die Verwaltungsrechtspflege (VRPG, BSG 155.21) drei Mal gebüsst\nworden. Sie führe aktuell achtzehn Verfahren vor der Anzeigerin 1, in zehn Verfahren\nsei überdies seit Januar 2024 ein Entscheid ergangen.\n\nZudem verlangte die Anzeigerin 1, über den Ausgang des Verfahrens orientiert zu\nwerden.\n\n"}