{"Signatur": "BE_AK_001", "Spider": "BE_Anwaltsaufsicht", "Datum": "2024-08-13", "PDF": {"Datei": "BE_Anwaltsaufsicht/BE_AK_001_AA-2023-283_2024-08-13.pdf", "URL": "https://www.aa-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/AA_2023_283_c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61f487dfefd1798366c882d97ae641a5563099ec995db1ee8da4838eadbf9136faa4f74bb2287365dd86e170d2c771ba670?path=c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61f487dfefd1798366c882d97ae641a5563099ec995db1ee8da4838eadbf9136faa4f74bb2287365dd86e170d2c771ba670&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=AA_2023_283", "Checksum": "bd93e8a9288f54f2af09b18a3c5aaa7e"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA 2023 283"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 13.08.2024 AA 2023 283"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats 13.08.2024 AA 2023 283"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 13.08.2024 AA 2023 283"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "7er Besetzung  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Verletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA); befristetes Berufsausübungsverbot (Art. 17 Abs. 1 lit. d BGFA) trotz (aktuell) fehlendem Anwaltsregistereintrag | Disziplinarverfahren"}], "ScrapyJob": "446973/21/1982", "Zeit UTC": "25.09.2025 00:10:56", "Checksum": "217f8b057fb39760284abe8f31588972", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 13.08.2024 AA 2023 283\nRegeste:\nVerletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA); befristetes Berufsausübungsverbot (Art. 17 Abs. 1 lit. d BGFA) trotz (aktuell) fehlendem Anwaltsregistereintrag | Disziplinarverfahren\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAnwaltsaufsichtsbehörde Autorité de surveillance\ndes avocats\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern AA 23 283\nTelefon +41 31 635 48 05\nanwaltsaufsicht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 13. August 2024\n\nBesetzung Oberrichter Zuber (Präsident), Fürsprecher Müller (Referent)\nRechtsanwalt Schnidrig, Fürsprecherin Marti, Gerichtspräsidentin\nDupuis, Oberrichterin Friederich Hörr, Gerichtspräsidentin Zürcher\nGerichtsschreiberin Spielmann\n\nVerfahrensbeteiligte 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern, Hochschulstrasse 17, 3001 Bern\nAnzeigerin\n\ngegen\n\nA.________\nDisziplinarbeklagter\n\nGegenstand Disziplinarverfahren\n\nAnzeige vom 16. November 2023\n\nRegeste:\nVerletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a\nBGFA); befristetes Berufsausübungsverbot (Art. 17 Abs. 1 lit. d BGFA) trotz (aktuell)\nfehlendem Anwaltsregistereintrag\nDer Disziplinarbeklagte ist wegen mehrfacher Urkundenfälschung und Erschleichung einer\nfalschen Beurkundung rechtskräftig verurteilt worden. Die Tat erfolgte im Rahmen der beruflichen Tätigkeit. Strafbare Handlungen – zumal vorsätzlich begangene – stehen im Widerspruch zu einer sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung und stellen somit\neine Widerhandlung gegen Art. 12 lit. a BGFA dar.\nDas Gebot sorgfältiger und gewissenhafter Berufsausübung insbesondere im Teilgehalt\nder Betreibung des Berufes ausschliesslich mit rechtlich zulässigen Mitteln gehört zu den\nzentralen Berufspflichten eines Anwaltes. Unter Berücksichtigung aller Umstände erscheint die Ausfällung eines befristeten Berufsausübungsverbotes von drei Monaten als\nsachgerecht. Der Disziplinarbeklagte ist derzeit nicht im Anwaltsregister verzeichnet. Vorbehältlich einer Verzögerung durch ein Rechtsmittelverfahren dürfte ein befristetes Berufsausübungsverbot auf die Tätigkeit des Disziplinarbeklagten keinen Einfluss haben, da er\nderzeit ohnehin keine Mandate im Monopolbereich führen kann. Dennoch ist die Anordnung der Massnahme zweckmässig.\n\n2\nErwägungen:\n\nI. Formelles\n\n1. Mit Beschluss vom 16. November 2023 überwies die 1. Strafkammer des Obergerichts des Kantons Bern der Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons Bern den Beschluss vom 16. November 2023 samt Urteil vom 27. März 2023 i.S. PEN 21\n293/294 des Regionalgerichtes Bern-Mittelland. Laut dem Beschluss wurde auf die\nBerufung des Disziplinarbeklagten nicht eingetreten und das Urteil des Regionalgerichtes rechtskräftig. Mit diesem Urteil wurde der Disziplinarbeklagte der Urkundenfälschung und Erschleichung einer falschen Beurkundung, mehrfach begangen am\n15. Mai 2020 in Bern, schuldig erklärt und zu einer bedingten Geldstrafe von 55\nTagessätzen à CHF 200.00, einer Verbindungsbusse von CHF 2‘000.00 und zu\nden Kosten verurteilt (pag. 1 ff.).\n\n2. Mit Verfügung vom 20. November 2023 eröffnete der Präsident der Anwaltsaufsichtsbehörde gegen den Disziplinarbeklagten ein Disziplinarverfahren und stellte\nin Aussicht, nach Eingang der Strafakten zu prüfen, ob die strafrechtliche Beurteilung mit dem Anwaltsberuf bzw. dem Eintrag im Anwaltsregister vereinbar ist (Art. 9\ni.V.m. Art. 8 Abs. 1 lit. b BGFA). Dem Disziplinarbeklagten wurde die Möglichkeit\neiner Stellungnahme gegeben (pag. 21 f.).\n\n3. Nach einem Fristerstreckungsgesuch des Disziplinarbeklagten und Verlängerung\nder Frist zur Stellungnahme (pag. 23) nahm der Disziplinarbeklagte am 31. Januar\n2024 Stellung. Darauf wird in den Erwägungen zurückzukommen sein.\n\n4. Mit Kurier gelangte das Urteil des Regionalgerichtes Bern-Mittelland vom 27. März\n2023 an die Anwaltsaufsichtsbehörde, ebenso die zugehörigen Akten. Ein kopiertes Dossier der Strafakten wurde dem vorliegenden Verfahren beigestellt (pag. 37\nff., pag. 47).\n\n5. Mit Verfügung vom 2. Februar 2024 nahm der Präsident der Anwaltsaufsichtsbehörde Kenntnis von der Stellungnahme des Disziplinarbeklagten und übermittelte\ndie Akten dem Referenten zwecks Antrags auf allfällige Beweismassnahmen bzw.\nin der Sache selber (pag. 75).\n\n6. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit der Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons\nBern ist gestützt auf Art. 14 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 23. Juni 2000 (BGFA; SR 935.61) in Verbindung mit Art.\n12 des kantonalen Anwaltsgesetzes (KAG; BSG 168.11) gegeben; Rechtsanwalt\nA.________ ist bzw. war im Anwaltsregister des Kantons Bern eingetragen und die\nvorgeworfenen Handlungen haben sich im Kanton Bern zugetragen.\n\n7. Mit Entscheid vom 30. April 2024 hat die Anwaltsaufsichtsbehörde gestützt auf die\nvorliegende Anzeige den Disziplinarbeklagten im Anwaltsregister des Kantons Bern\ni.S. von Art. 9 BGFA i.V.m. Art. 8 BGFA gelöscht (AA 24 111). Gegen diesen Entscheid wurde kein Rechtsmittel ergriffen.\n\n"}