{"Signatur": "BE_AK_001", "Spider": "BE_Anwaltsaufsicht", "Datum": "2022-08-30", "PDF": {"Datei": "BE_Anwaltsaufsicht/BE_AK_001_AA-2022-19_2022-08-30.pdf", "URL": "https://www.aa-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/AA_2022_19_c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61f4e1da556f91e602b487f71ff47348aaca1ec166fd52d48f4e23294bec33175947f9e2e0740d73008485e928801cf677a?path=c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61f4e1da556f91e602b487f71ff47348aaca1ec166fd52d48f4e23294bec33175947f9e2e0740d73008485e928801cf677a&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=AA_2022_19", "Checksum": "2db8e997184b3aa5cce89c42790c3b1f"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA 2022 19"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 30.08.2022 AA 2022 19"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats 30.08.2022 AA 2022 19"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 30.08.2022 AA 2022 19"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "5er Besetzung  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Verletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA) | Disziplinarverfahren"}], "ScrapyJob": "446973/21/1982", "Zeit UTC": "25.09.2025 00:11:02", "Checksum": "30aa09f1aea467db214ef85dcd14b1d7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 30.08.2022 AA 2022 19\nRegeste:\nVerletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA) | Disziplinarverfahren\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAnwaltsaufsichtsbehörde Autorité de surveillance\ndes avocats\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern AA 22 19\nTelefon +41 31 635 48 05\nanwaltsaufsicht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 30. August 2022\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Rechtsanwältin Biedermann\n(Referentin), Gerichtspräsident Blaser, Rechtsanwalt Schnidrig,\nOberrichter D. Bähler,\nGerichtsschreiberin Spielmann\n\nVerfahrensbeteiligte Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche Abteilung, Speichergasse 12, 3011 Bern\nAnzeigerin\n\ngegen\n\nA.________\nDisziplinarbeklagte\n\nGegenstand Disziplinarverfahren\n\nAnzeige vom 17. Januar 2022\n\nRegeste:\nVerletzung der sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a\nBGFA)\nVerpasst ein Anwalt versehentlich eine Frist, ist dies disziplinarrechtlich nicht von Bedeutung. Die Anwaltsaufsichtsbehörde hat aber einzuschreiten, wenn – wie im vorliegenden\nFall – erschwerende Umstände vorliegen, die auf eine unverantwortliche Berufsausübung\nschliessen lassen. Die Disziplinarbeklagte hat gesetzliche wie auch richterliche Fristen\nverpasst, was sich jeweils zum Nachteil des vertretenen Klienten ausgewirkt hat. Aufgrund\nder Umstände muss von wesentlichen Mängeln im Verständnis der Berufsausübung sowie\nin der Betriebsorganisation in der Kanzlei ausgegangen werden.\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte und Sachverhalt\n\n1. Gestützt auf Art. 15 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit\nder Anwältinnen und Anwälte (Anwaltsgesetz, BGFA; SR 935.61) meldete die Sozialversicherungsrechtliche Abteilung des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern\n(nachfolgend: Anzeigerin) der Anwaltsaufsichtsbehörde mit Eingabe vom 17. Januar 2022, eingegangen am 20. Januar 2022 bei der Aufsichtsbehörde, es sei ihr\naufgefallen, dass A.________ (nachfolgende Disziplinarbeklagte) in den vergangenen Jahren mehrfach Fristen verpasst habe, was zu einem Nichteintreten auf die\nvon ihr verfassten Beschwerden geführt habe. Es handle sich dabei um folgende\nVerfahren:\na) Urteil des Bundesgerichts vom 25. Oktober 2021, 8C_645/2021 (einen Fall\naus dem Kanton Bern betreffend): Nichteintreten wegen verpasster Rechtsmittelfrist.\nb) Urteil der Anzeigerin vom 28. Oktober 2021, IV/21/412: Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nach Ablauf der Nachfrist für die Leistung des Kostenvorschusses.\nAus dem zitierten Urteil ergibt sich, dass mit prozessleitender Verfügung vom\n8. Juni 2021 dem Beschwerdeführer, vertreten durch die Disziplinarbeklagte,\nFrist bis zum 22. Juni 2021 zur Leistung eines Kostenvorschusses für die Verfahrenskosten angesetzt wurde. Nachdem der Kostenvorschuss nicht geleistet\nworden war, wurde dem Beschwerdeführer mit prozessleitender Verfügung\nvom 24. Juni 2021 Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses bis zum\n5. Juli 2021 gesetzt und darauf hingewiesen, dass, sollte innert der Nachfrist\nweder der Kostenvorschuss bezahlt noch ein Gesuch um unentgeltliche\nRechtspflege eingereicht werden, auf die Beschwerde unter Kostenfolge nicht\neingetreten werde.\nAm 6. Juli 2021, 00.01 Uhr, übersandte die Disziplinarbeklagte per Fax ein\nDeckblatt mit dem Text «UR Gesuch 200 412 IV mfg B.________» sowie ein\nSozialhilfebudget und eine Bestätigung über den Sozialhilfebezug des Beschwerdeführers. Die als Fax versandten Unterlagen übergab sie anschliessend im Verlauf des 6. Juli 2021 der Post zu Handen des Verwaltungsgerichts.\nc) Urteil der Anzeigerin vom 12. Oktober 2020, IV/20/728 (BVR 2021 80):\nPostaufgabe der Beschwerde via «My Post 24» nach Mitternacht.\nDem Entscheid ist zu entnehmen, dass die dreissigtägige Beschwerdefrist im\nfraglichen Fall am 17. September 2020 ablief. Die von der Disziplinarbeklagten für ihren Klienten eingereichte Beschwerde wurde im Rahmen der Dienstleistung «My Post 24» der Post übergeben. Gemäss dem in den Gerichtsakten liegenden Auszug der eingeschriebenen Sendung Nr. … wurde die Beschwerde am 18. September 2020, um 00:01 Uhr in «… My Post 24» aufgegeben.\n\n"}