{"Signatur": "BE_AK_001", "Spider": "BE_Anwaltsaufsicht", "Datum": "2020-02-18", "PDF": {"Datei": "BE_Anwaltsaufsicht/BE_AK_001_AA-2019-44_2020-02-18.pdf", "URL": "https://www.aa-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/AA_2019_44_c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61ff914257a7935e2b24885b04e6b7293d3cd692e173bad732a473126acfe3dcea020d5010f9eab255eeead486c0a8cc3a3?path=c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61ff914257a7935e2b24885b04e6b7293d3cd692e173bad732a473126acfe3dcea020d5010f9eab255eeead486c0a8cc3a3&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=AA_2019_44", "Checksum": "207e1e9f22410145bbf01f67f4f3efbd"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA 2019 44"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 18.02.2020 AA 2019 44"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats 18.02.2020 AA 2019 44"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 18.02.2020 AA 2019 44"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "5er Besetzung  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Verletzung der Sorgfaltspflicht (Art. 12 lit. a BGFA) | Disziplinarverfahren"}], "ScrapyJob": "446973/21/1982", "Zeit UTC": "25.09.2025 00:11:09", "Checksum": "45b0c914583ac6c84a43b5d264b3dd98", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 18.02.2020 AA 2019 44\nRegeste:\nVerletzung der Sorgfaltspflicht (Art. 12 lit. a BGFA) | Disziplinarverfahren\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAnwaltsaufsichtsbehörde Autorité de surveillance\ndes avocats\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern AA 19 44\nTelefon +41 31 635 48 05\nanwaltsaufsicht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 17. Februar 2020\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Fürsprecher Müller (Referent),\nRechtsanwalt Prof. Dr. Stalder, Oberrichter D. Bähler, Gerichtspräsidentin Zürcher,\nGerichtsschreiberin Spielmann\n\nVerfahrensbeteiligte A.________\nAnzeigerin\n\ngegen\n\nB.________\nDisziplinarbeklagter\n\nGegenstand Disziplinarverfahren\n\nAnzeige vom 13. März 2019\n\nRegeste:\nVerletzung der Sorgfaltspflicht (Art. 12 lit. a BGFA)\nDer Disziplinarbeklagte hat nach Mandatsbeendigung eine Original-Generalvollmacht erst\nnach mehrfacher Aufforderung, insbesondere nach Zustellung des auch das Disziplinarverfahren auslösenden Schreibens, an die Anzeigerin ausgehändigt.\nErwägungen:\n\n1. Mit Antrag vom 13. März 2019 gelangte die Anzeigerin an die Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons Bern und forderte, der für sie nicht mehr als Anwalt tätige\nRechtsanwalt B.________ habe sämtliche an ihn ausgestellten Vollmachten, vor allem aber die Generalvollmacht aus 2006 (über den Tod hinaus) und die Vollmacht\naus 2009 endlich an sie oder an die Anwaltsaufsichtsbehörde herauszugeben (pag.\n1 f.). Dem Schreiben lag als Beilage 1 eine Mail-Mitteilung vom 25. Oktober 2017\nbei (pag. 5), mittels der alle Vollmachten gegenüber dem Anwalt widerrufen wurden. Weiter lagen als Beilage 2 (pag. 7) und Beilage 3 (pag. 13) zwei weitere Aufforderungen auf Herausgabe der Vollmachten bei. Beilage 4 (pag. 15) beinhaltet\nein Schreiben des Anwaltes an die Steuerverwaltung des Kantons Bern vom\n17. Januar 2019, das er für die C.________ ([Firma]), verfasst hat.\n\n2. Mit Schreiben vom 15. März 2019 forderte die Anwaltsaufsichtsbehörde Rechtsanwalt B.________ zu einer kurzen Stellungnahme auf (pag. 21). Nach drei gewährten Fristerstreckungen reichte Rechtsanwalt B.________ am 31. Mai 2019 eine\nStellungnahme ein (pag. 41 f.). In dieser macht er im Wesentlichen geltend, die für\ndie Anzeigerin geführten Mandate seien anlässlich einer Sitzung vom 8. Oktober\n2017 formell beendet worden. Er habe auf die anschliessenden Aufforderungen\nnicht reagiert, da sich keine Originalvollmachten mehr in seinem Besitze befanden.\nAbgesehen vom Schreiben an die Steuerverwaltung vom 17. Januar 2019 seien\nkeine weiteren Schriften mehr produziert worden. Anlässlich des unlängst erfolgten\nArchivumzugs an den neuen Standort sei die von der Anzeigerin erwähnte Generalvollmacht nun doch noch zum Vorschein gekommen. Diese Vollmacht vom Jahre\n2006 sei nie verwendet worden und sei mit heutigem Datum (31. Mai 2019) retourniert worden (pag. 47).\n\n3. Mit Verfügung vom 1. Juli 2019 wurde gegen Rechtsanwalt B.________ ein Disziplinarverfahren eröffnet wegen möglicher Verletzung von Art. 12 lit. a BGFA. Der\nDisziplinarbeklagte wurde zur Einreichung einer ausführlichen Stellungnahme eingeladen (pag. 51 f.). Nach erneuten zwei Fristerstreckungen bis zuletzt am\n30. September 2019 wurde der Anwaltsaufsichtsbehörde keine Stellungnahme eingereicht.\n\n4. Mittels Verfügung vom 9. Oktober 2019 wurde dieser Umstand festgestellt, und die\nAkten wurden dem Referenten zur Ausarbeitung eines Referates überstellt.\n\n5. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit der Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons\nBern ist gestützt auf Art. 14 des Bundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte vom 23. Juni 2000 (BGFA; SR 935.61) in Verbindung mit Art.\n12 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) gegeben, denn Rechtsanwalt B.________ ist im Anwaltsregister des Kantons Bern eingetragen.\n\n6. Die Berufsregeln der Anwälte sind seit dem 1. Juni 2002 im BGFA geregelt. Die\ndortige Umschreibung in Art. 12 BGFA ist abschliessender Natur, d.h., für abweichende kantonale Vorschriften besteht kein Raum mehr, wie das Bundesgericht am\n\n2\n18. Juni 2004 in BGE 130 II 270 ff., E. 3 festgestellt hat. Zur Auslegung von Art. 12\nBGFA können deshalb verbandsrechtliche Standesregeln nur noch insoweit herangezogen werden, als diese landesweit geltende Auffassung zum Ausdruck bringen\n(BGE 130 II 270 E. 3.1.1 und seitherige konstante Rechtsprechung). Auf die vom\nSchweizerischen Anwaltsverband (SAV) am 1.7.2005 in Kraft gesetzten Schweizerischen Standesregeln (SSR) trifft dies ohne Zweifel zu.\n\n"}