{"Signatur": "BE_AK_001", "Spider": "BE_Anwaltsaufsicht", "Datum": "2019-08-28", "PDF": {"Datei": "BE_Anwaltsaufsicht/BE_AK_001_AA-2019-26_2019-08-28.pdf", "URL": "https://www.aa-entscheide.apps.be.ch/tribunapublikation/tribunavtplus/ServletDownload/AA_2019_26_c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61fd3991e89e1f39a5f54bce21d06bf9a2eeebb80447ff7c6657cff08c512b10db95b4a405d4c59a69f6a461c6ba7bf2380?path=c4892be059dbbbe2ab13725f999aaabb84c52f17ba96bb16efdbdf2989d961620f4d9c4982ea57374778bf4a7be5b61fd3991e89e1f39a5f54bce21d06bf9a2eeebb80447ff7c6657cff08c512b10db95b4a405d4c59a69f6a461c6ba7bf2380&pathIsEncrypted=1&dossiernummer=AA_2019_26", "Checksum": "a35904f0b1b3e38f6e0731c98694edaa"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["AA 2019 26"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 28.08.2019 AA 2019 26"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats 28.08.2019 AA 2019 26"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 28.08.2019 AA 2019 26"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Berne Autorité cantonale de surveillance des avocats "}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Berna Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde "}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "5er Besetzung  des Obergerichts des Kantons Bern"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Verletzung der Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA) | Disziplinarverfahren"}], "ScrapyJob": "446973/21/1982", "Zeit UTC": "25.09.2025 00:11:10", "Checksum": "6dd48220a1f0d2565546ba64468dfa9c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Bern Kantonale Anwaltsaufsichtsbehörde 28.08.2019 AA 2019 26\nRegeste:\nVerletzung der Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12 lit. a BGFA) | Disziplinarverfahren\n\nObergericht Cour suprême\ndes Kantons Bern du canton de Berne\n\nAnwaltsaufsichtsbehörde Autorité de surveillance\ndes avocats\n\nHochschulstrasse 17\nPostfach\nEntscheid\n3001 Bern AA 19 26\nTelefon +41 31 635 48 05\nanwaltsaufsicht.bern@justice.be.ch\nwww.justice.be.ch/obergericht Bern, 28. August 2019\n\nBesetzung Oberrichter Studiger (Präsident), Rechtsanwältin Biedermann\n(Referentin), Gerichtspräsidentin Friederich Hörr, Fürsprecherin\nMarti, Oberrichter D. Bähler,\nGerichtsschreiberin Spielmann\n\nVerfahrensbeteiligte Kantonales Wirtschaftsstrafgericht, Speichergasse 8,\n3011 Bern\nAnzeigerin\n\ngegen\n\nA.________\nDisziplinarbeklagter\n\nGegenstand Disziplinarverfahren\n\nAnzeige vom 21. Februar 2019\n\nRegeste:\nVerletzung der Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung (Art. 12\nlit. a BGFA)\nDer Disziplinarbeklagte hat ohne Rücksprache mit seiner Klientin drei Verfügungen unbeantwortet gelassen, seine Klientin nicht über den Stand des Verfahrens orientiert und war\nfür die Anzeigerin weder telefonisch noch per Mail erreichbar. Mit diesem Verhalten verletzte der Disziplinarbeklagte seine Pflicht zur sorgfältigen und gewissenhaften Berufsausübung, insbesondere die Pflicht zur gewissenhaften Betreuung der Mandanteninteressen,\ndie Pflicht zur sorgfältigen Führung und Organisation einer Kanzlei und die Pflicht, erreichbar zu sein. Dass der Disziplinarbeklagte aus privaten Gründen verhindert war, rechtfertigt\nnicht, dass er sich überhaupt nicht vernehmen liess. Er hätte seine Klientin und das Gericht über die vorübergehende Abwesenheit informieren und für eine Stellvertretung sorgen oder um eine Verlängerung der Antwortfristen ersuchen müssen.\nErwägungen:\n\nI. Prozessgeschichte\n\n1. Mit Schreiben vom 21. Februar 2019 meldete das kantonale Wirtschaftsstrafgericht\n(nachfolgend Anzeigerin) Rechtsanwalt A.________ (nachfolgend Disziplinarbeklagter) wegen Verdacht auf Verletzung von Art. 12 lit. a., allenfalls Art. 8 des Bundesgesetzes vom 23. Juni 2000 über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte (BGFA; SR 935.61) und legte acht Beilagen bei (pag. 7-55 ff.).\n\n2. Mit Schreiben vom 25. Februar 2019 informierte die Anwaltsaufsichtsbehörde die\nAnzeigerin, ihr komme im Disziplinarverfahren keine Parteistellung zu, sie könne\njedoch verlangen, dass ihr über die Art der Erledigung des Verfahrens Auskunft erteilt werde. Mit Schreiben vom 28. Februar 2019 bat die Anzeigerin, diesbezüglich\ninformiert zu werden.\n\n3. Mit Schreiben vom 1. März 2019 setzte der Präsident der Anwaltsaufsichtsbehörde\ndem Disziplinarbeklagten Frist bis am 25. März 2019 zur Einreichung einer kurzen\nStellungnahme zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen. Der Disziplinarbeklagte\nreichte am 22. März 2019 per digital signierte E-Mail eine kurze Stellungnahme mit\nzwei Arztzeugnissen als Beilage ein.\n\n4. Mit Verfügung vom 28. März 2019 wurde die Stellungnahme ausnahmsweise per\nE-Mail entgegengenommen, gegen den Disziplinarbeklagten ein Disziplinarverfahren wegen möglicher Verletzung von Art. 12 lit. a BGFA eröffnet und ihm eine Frist\nvon 21 Tagen gesetzt, um eine ausführliche Stellungnahme zu den erhobenen\nVorwürfen einzureichen. Gleichentags wurde die Aufsichtskommission über die\nAnwältinnen und Anwälte des Kantons Zürichs gebeten, eine allfällige Stellungnahme bis zum 30. April 2019 einzureichen.\n\n5. Mit Schreiben vom 1. April 2019 informierte die Aufsichtskommission über die Anwältinnen und Anwälte des Kantons Zürichs, auf eine Stellungnahme zu verzichten\nund orientierte darüber, dass aktuell keinerlei Disziplinarmassnahmen gegen den\nDisziplinarbeklagten vorliegen würden.\n\n6. Am 23. April 2019 reichte der Disziplinarbeklagte eine ausführliche Stellungnahme\nein.\n\nII. Zuständigkeit\n\n7. Die sachliche und örtliche Zuständigkeit der Anwaltsaufsichtsbehörde des Kantons\nBern ist gestützt auf Art. 14 BGFA in Verbindung mit Art. 12 des kantonalen Anwaltsgesetzes vom 28. März 2006 (KAG; BSG 168.11) gegeben, da der Disziplinarbeklagte im Anwaltsregister des Kantons Zürich eingetragen ist und im Kanton\nBern Parteien vor Gerichtsbehörden vertrat.\n\n2\nIII. Sachverhalt\n\n"}