{"Signatur": "AR_OG_008", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2021-01-01", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_008_ERZ-18-22-ARGVP-2018_nodate.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download/AR%20GVP/Gerichtsentscheide/2018/OG-20181120-ERZ-18-22-20190901-ARGVP-2018-3731.pdf", "Checksum": "012d00c197939d1c9537493b0ec3d41c"}, "Scrapedate": "2025-12-21", "Num": ["ERZ-18-22 ARGVP 2018 3731"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Einzelrichter ERZ-18-22 ARGVP 2018 3731"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Einzelrichter"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  Einzelrichter"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  Einzelrichter"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "OG"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "AR GVP 30/2018, Nr. 3731 \nAnwendbarkeit der Regeln über die Betreibungsferien auf Rechtsmittelfristen im Rechtsöffnungsver-\nfahren (Art. 56 Ziff. 2 i.V.m. Art. 63 SchKG). Die Bestimmungen über die Betreibungsferien gehen den Ge-\nrichtsferien nach ZPO als lex specialis vor (Art. 145 Abs. 4 ZPO), sofern Betreibungshandlungen betroffen \nsind. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung gilt die Erteilung der Rechtsöffnung als Betreibungshand-\nlung. \nEntscheid des Einzelrichters des Obergerichts, 20."}], "ScrapyJob": "446973/43/2239", "Zeit UTC": "21.12.2025 01:37:02", "Checksum": "cf093e870818a950ffc85cb8e00b1cc3", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Appenzell Ausserrhoden Obergericht Einzelrichter ERZ-18-22 ARGVP 2018 3731\nRegeste:\nAR GVP 30/2018, Nr. 3731 \nAnwendbarkeit der Regeln über die Betreibungsferien auf Rechtsmittelfristen im Rechtsöffnungsver-\nfahren (Art. 56 Ziff. 2 i.V.m. Art. 63 SchKG). Die Bestimmungen über die Betreibungsferien gehen den Ge-\nrichtsferien nach ZPO als lex specialis vor (Art. 145 Abs. 4 ZPO), sofern Betreibungshandlungen betroffen \nsind. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung gilt die Erteilung der Rechtsöffnung als Betreibungshand-\nlung. \nEntscheid des Einzelrichters des Obergerichts, 20.\n\nAR GVP 30/2018, Nr. 3731\n\nAnwendbarkeit der Regeln über die Betreibungsferien auf Rechtsmittelfristen im Rechtsöffnungsverfahren (Art. 56 Ziff. 2 i.V.m. Art. 63 SchKG). Die Bestimmungen über die Betreibungsferien gehen den Gerichtsferien nach ZPO als lex specialis vor (Art. 145 Abs. 4 ZPO), sofern Betreibungshandlungen betroffen\nsind. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung gilt die Erteilung der Rechtsöffnung als Betreibungshandlung.\n\nEntscheid des Einzelrichters des Obergerichts, 20.11.2018, ERZ 18 22\n\nAus den Erwägungen:\n1.3 Nach Art. 321 Abs. 2 ZPO beträgt die Beschwerdefrist gegen einen im summarischen Verfahren ergangenen Entscheid 10 Tage. Der Rechtsvertreter der Beschwerdeführerin hat den begründeten Entscheid am 4. Juli\n2018 in Empfang genommen. Die Frist begann demnach am 5. Juli 2018 zu laufen und endete am Samstag,\n14. Juli 2018. Gestützt auf Art. 142 Abs. 3 ZPO - gemäss Art. 31 Bundesgesetz über Schuldbetreibung und\nKonkurs (SchKG, SR 281.1) auch auf Betreibungshandlungen anwendbar - verlängerte sich die Frist bis Montag, 16. Juli 2018. Dieser Tag wiederum lag sowohl in den Gerichtsferien gemäss Art. 145 Abs. 1 lit. b ZPO als\nauch in den Betreibungsferien gemäss Art. 56 Ziff. 2 SchKG. Wären vorliegend die Gerichtsferien anwendbar,\nwürde sich die Frist bis 16. August 2018 verlängern und mit der an diesem Tag der Post übergebenen Beschwerdeschrift wäre die Beschwerdefrist eingehalten. Würden dagegen die Betreibungsferien zur Anwendung\ngelangen, hätte sich die Beschwerdefrist nach Art. 63 SchKG bis 3. August 2018 verlängert, und die Beschwerdeerhebung am 16. August 2018 wäre verspätet. Es stellt sich somit die Frage der Anwendbarkeit der\nRegeln über die Betreibungsferien auf Rechtsmittelfristen im Rechtsöffnungsverfahren.\nNach Art. 145 Abs. 4 ZPO gehen die Bestimmungen über die Betreibungsferien den Gerichtsferien nach ZPO\nals lex spezialis vor (URS H. HOFFMANN-NOVOTNY, in: Oberhammer/Domej/Haas [Hrsg.], ZPO, 2. Aufl. 2014, N.\n10 zu Art. 145 ZPO; BARBARA MERZ, in: Brunner/Gasser/Schwander [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2016, N. 30 zu Art. 145 ZPO; SAMUEL MARBACHER, in: Baker & McKenzie [Hrsg.], Schweizerische\nZivilprozessordnung, 2010, N. 9 zu Art. 145 ZPO). Dies gilt aber nur für „Betreibungshandlungen“ (URS H.\nHOFFMANN-NOVOTNY, a.a.O., N. 10 f zu Art. 145 ZPO). Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung gilt die\nErteilung der Rechtsöffnung als Betreibungshandlung (BGE 138 III E. 3.1.1, mit Hinweisen). Offen gelassen\nhat das Bundesgericht dagegen bisher die Frage, ob das Ansetzen von Fristen innerhalb des Rechtsöffnungsverfahrens als Betreibungshandlung gilt. Darum geht es vorliegend aber nicht. Auch für THOMAS BAUER\n(in: Basler Kommentar, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, Bd. I, 2. Aufl. 2010, N. 30 zu Art.\n56 SchKG) stellt die Zustellung des begründeten Rechtsöffnungsentscheides eine Betreibungshandlung dar\n(gleicher Meinung: MARTIN SARBACH, in: Hunkeler [Hrsg.], Kurzkommentar SchKG, 2. Aufl. 2014, N. 11 zu Art.\n56 SchKG; BARBARA MERZ, a.a.O., N. 32 zu Art. 145 ZPO; JURIJ BENN, in: Basler Kommentar ZPO, 3. Aufl.\n2017, N. 9 zu Art. 145 ZPO; JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, SchKG, 19. Aufl. 2016, N. 3 zu Art. 56 SchKG). Dies\nentspricht zudem der konstanten Praxis der Einzelrichter des hiesigen Obergerichts (vgl. AR GVP 2001 Nr.\n3386). Nach URS H. HOFFMANN-NOVOTNY (a.a.O., N. 11 zu Art. 145 ZPO) ist Art. 63 SchKG in den entsprechenden Verfahren auch auf die Rechtsmittelfristen nach ZPO anwendbar (gleicher Meinung: JENNY/JENNY, in:\nGehri/Jent-Sørensen/Sarbach [Hrsg.], Schweizerische Zivilprozessordnung, 2. Aufl. 2015, N. 7 zu Art. 145\nZPO, mit Hinweis auf einen Entscheid des Kantonsgerichts Freiburg). BARBARA MERZ (a.a.O., N. 32 zu Art. 145\n\nSeite 1/2\nGerichtsentscheid AR GVP 30/2018, Nr. 3731\n\nZPO), ADRIAN STAEHELIN (in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger [Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen\nZivilprozessordnung [ZPO], 3. Aufl. 2016, N. 9 zu Art. 145 ZPO) und JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ (a.a.O., N. 14\nzu Art. 56 SchKG) erwähnen ausdrücklich die Anwendbarkeit der Betreibungsferien auf die zehntägige Beschwerdefrist zur Anfechtung eines Rechtsöffnungsentscheids.\n\nEs besteht keine Veranlassung, von der bisherigen Praxis und der herrschenden Lehre abzuweichen. Mithin\ngilt die Zustellung des Rechtsöffnungsentscheides als Betreibungshandlung und auf die Rechtsmittelfrist finden\ndie Bestimmungen über die Betreibungsferien Anwendung. Mit der erst am 16. August 2018 der Post übergebenen Beschwerde wurde die Beschwerdefrist nicht eingehalten. Auf die Beschwerde kann nicht eingetreten\nwerden.\n\nSeite 2/2\n"}