{"Signatur": "AR_OG_007", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2021-03-29", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_007_OG-AAK-20-3_2021-03-29.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download//Obergericht/2021/OG-20210329-AAK-20-3-20210625.pdf", "Checksum": "f890c5c2f2b320962b3da970bb9e7ae3"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["OG AAK-20-3"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission 29.03.2021 OG AAK-20-3"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  Anwaltsaufsichtskommission"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  Anwaltsaufsichtskommission"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden Anwaltsaufsichtskommission Entscheid vom 29. März 2021  Mitwirkende Präsident E. Zingg Oberrichterin S. Rohner, Oberrichter P. Louis Rechtsanwalt P. Giuliani, Rechtsanwalt F. Cavelti Obergerichtsschreiber"}], "ScrapyJob": "446973/43/1303", "Zeit UTC": "18.10.2023 06:20:50", "Checksum": "f85ec10dad0cb2c8156358e3a4dfdf82", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission 29.03.2021 OG AAK-20-3\nRegeste:\nObergericht Appenzell Ausserrhoden Anwaltsaufsichtskommission Entscheid vom 29. März 2021  Mitwirkende Präsident E. Zingg Oberrichterin S. Rohner, Oberrichter P. Louis Rechtsanwalt P. Giuliani, Rechtsanwalt F. Cavelti Obergerichtsschreiber\n\nObergericht Appenzell Ausserrhoden\nAnwaltsaufsichtskommission\n\nEntscheid vom 29. März 2021\n\nMitwirkende Präsident E. Zingg\nOberrichterin S. Rohner, Oberrichter P. Louis\nRechtsanwalt P. Giuliani, Rechtsanwalt F. Cavelti\nObergerichtsschreiberin B. Widmer\n\nVerfahren Nr. AAK 20 3\n\nVerzeigter D., Dr. iur. Rechtsanwalt\n\nGegenstand Verletzung von Berufsregeln (Disziplinaranzeige)\nDie Anwaltsaufsichtskommisson stellt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht fest:\n\n1. RA Dr. iur. D., St. Gallen, wurde von 61 Mandanten beauftragt, betreffend allfälliger\nAnsprüche aus unerlaubter Handlung oder Vertrag gegen die G. AG die Verjährung zu\nunterbrechen (act. 10/1). RA lic. iur. T. erklärte letztmals am 31. Oktober 2018, befristet\nbis 31. Dezember 2019, gegenüber den Klienten von RA Dr. D. schriftlich den Verzicht auf\ndie Einrede der Verjährung (act. 10/2). Am 6. Dezember 2019 zog RA T. von Zürich nach\nHerisau (act. 10/3). Daraufhin leitete RA Dr. D. im Namen seiner Mandanten im Zeitraum\n22. Dezember 2019 bis 28. Januar 2020 beim Betreibungsamt Appenzeller Hinterland\ninsgesamt 10 Betreibungen gegen RA T. ein (act. 3, S. 4 ff.). Den Forderungsgrund\numschrieb RA Dr. D. in den Betreibungsbegehren unter anderem wie folgt: „Anspruch aus\nunerlaubter Handlung, Betrug, Kapitalanlagebetrug u.a. wg. Kapitalanlage bei Fa. G. AG,\nSchweiz, (Goldankauf) aus Relaxx-Bonusplan Nr: 300482/141111/GM/01 vom\n14.11.2011, Grundforderung EUR 5‘560.00 exkl. Zins bis 12.12.2019, Umrechnungskurs\nFX Top vom 20.12.2019 EUR/CHF 1.0884.“ RA T. erhob gegen die Zahlungsbefehle\nBeschwerde bei der Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs des Kantons\nAppenzell Ausserrhoden und ersuchte um Erteilung der aufschiebenden Wirkung. Letzteres Gesuch wurde mit Verfügung des Präsidenten vom 25. März 2020 abgewiesen (act.\n10/4, ABP 20 3). Am 10. März 2020 reichte RA T. bei der Staatsanwaltschaft St. Gallen\nStrafanzeige gegen RA Dr. D. wegen Nötigung, Verleumdung und falscher Anschuldigung\nein (act. 3). Mit Eingabe vom 9. April 2020 teilte RA T. dem Präsidenten der Aufsichtsbehörde für Schuldbetreibung und Konkurs bezüglich der 10 Verfügungen, mit denen die aufschiebende Wirkung abgewiesen wurde, mit, dass rechtskräftig feststehe, dass\ner zu keinem Zeitpunkt rechtmässig Wohnsitz in Herisau gehabt habe (act. 10/5). Als Beweis reichte er eine Verfügung der Einwohnerkontrolle Herisau vom 30. März 2020 ein,\nworin festgestellt wurde, dass RA T. mit der Anmeldung vom 7. Dezember 2019 keine\nNiederlassung in der Gemeinde Herisau begründet habe und der Eintrag im Einwohnerregister Herisau gelöscht werde (act. 10/6). Das Strafverfahren gegen RA Dr. D. wurde\nmit Verfügung vom 1. Juli 2020 eingestellt (act. 12).\n\n2. Mit Eingabe vom 11. März 2020 samt beigelegter Strafanzeige vom 10. März 2020 (act. 2\nund 3) reichte RA T. bei der Anwaltskammer des Kantons St. Gallen Anzeige gegen RA\nDr. D. wegen Verstössen gegen die Standesregeln SAV ein. Er stellte folgende Anträge:\n„1. Es sei festzustellen, dass Rechtsanwalt Dr. D. (fortan: Verzeigter) mehrfach gegen Art.\n12 lit. a BGFA in Verbindung mit Art. 1 und 24 der Schweizerischen Standesregeln SAV\nvom 10.06.2005 (im Nachfolgenden SAV genannt) verstossen habe. 2. Es sei gegen den\n\nSeite 2\nVerzeigten eine angemessene Disziplinarmassnahme im Sinne von Art. 17 BGFA zu\nerlassen. 3. Alles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Verzeigten.“ Die\nAnwaltskammer leitete die Anzeige am 12. März 2020 samt Beilagen zuständigkeitshalber\nan die Anwaltsaufsichtskommission des Kantons Appenzell Ausserrhoden weiter (act. 1).\nAm 16. März 2020 setzte die Anwaltsaufsichtskommission RA Dr. D. über die Anzeige in\nKenntnis und gab ihm Gelegenheit zur Stellungnahme (act. 4). Auf Nachfrage der\nAnwaltsaufsichtskommission bei RA T. bezüglich dessen Stellung im vorliegenden\nVerfahren (act. 5) erklärte dieser am 30. März 2020, er beschränke sich auf die Rolle des\nAnzeigers (act. 6). Mit Eingabe vom 11. Mai 2020 (act. 9 und 10/1-6) nahm RA Dr. D. zur\nAnzeige Stellung. Am 9. Juli 2020 (act. 11) liess RA Dr. D. der Anwaltsaufsichtskommission die am 1. Juli 2020 erlassene Einstellungsverfügung der\nStaatsanwaltschaft des Kantons St. Gallen (act. 12) zugehen. Auf die Ausführungen in\nden vorstehend aufgeführten Eingaben kann verwiesen werden; soweit für die Beurteilung\nerforderlich, ist im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darauf einzugehen.\n\n3. Örtliche und sachliche Zuständigkeit der Anwaltsaufsichtskommission\nDie Anwaltskammer des Kantons St. Gallen erachtet die Anwaltsaufsichtskommisson des\nKantons Appenzell Ausserrhoden als zuständig, da die beanstandeten Handlungen des\nAngezeigten vor dem Betreibungsamt Appenzeller Hinterland bzw. im Kanton Appenzell\nAusserrhoden erfolgt seien (act. 1).\n\n"}