{"Signatur": "AR_OG_007", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2017-11-23", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_007_OG-AAK-17-6_2017-11-23.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download//Obergericht/2017/OG-20171123-AAK-17-6-20171123.pdf", "Checksum": "00d0f75f17bf1b58b24ab1819bb8b9c3"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["OG AAK-17-6"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission 23.11.2017 OG AAK-17-6"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  Anwaltsaufsichtskommission"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  Anwaltsaufsichtskommission"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden Anwaltsaufsichtskommission Entscheid vom 23. November 2017 Mitwirkende Präsident E. Zingg Oberrichterin S. Rohner Oberrichter P. Louis Rechtsanwalt P. Giuliani, F. Ludwig Aktuarin B. Widmer Verfahren Nr."}], "ScrapyJob": "446973/43/1303", "Zeit UTC": "18.10.2023 06:20:10", "Checksum": "80454a384c7980c07591ccf1374022f9", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission 23.11.2017 OG AAK-17-6\nRegeste:\nObergericht Appenzell Ausserrhoden Anwaltsaufsichtskommission Entscheid vom 23. November 2017 Mitwirkende Präsident E. Zingg Oberrichterin S. Rohner Oberrichter P. Louis Rechtsanwalt P. Giuliani, F. Ludwig Aktuarin B. Widmer Verfahren Nr.\n\nObergericht Appenzell Ausserrhoden\nAnwaltsaufsichtskommission\n\nEntscheid vom 23. November 2017\n\nMitwirkende Präsident E. Zingg\nOberrichterin S. Rohner\nOberrichter P. Louis\nRechtsanwalt P. Giuliani, F. Ludwig\nAktuarin B. Widmer\n\nVerfahren Nr. AAK 17 6\n\nSitzungsort Trogen\n\nVerzeigter A___, Dr. iur. Rechtsanwalt\n\nGegenstand Verletzung von Berufsregeln (Disziplinarverfahren)\nDie Anwaltsaufsichtskommission stellt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht fest:\n\n1. Das Obergericht Appenzell Ausserrhoden bestätigte mit Urteil vom 11. Dezember 2013\nein vom Veterinäramt Appenzell Ausserrhoden am 20. Februar 2012 gegen C___, in\nB___ verfügtes zeitlich unbeschränktes Tierhalteverbot. Die von seinem Verteidiger RA\nDr. A___ gegen dieses Urteil erhobene Beschwerde an das Bundesgericht wurde mit\nUrteil 2C_958/2014 vom 31. März 2015 abgewiesen (act. 2/1). Das Veterinäramt erliess\nam 7. Mai 2015 gegenüber C___ bzw. dessen Rechtsvertreter eine Verfügung zwecks\nVollstreckung des rechtskräftig gewordenen Tierhalteverbots (act. 2/2). Am 9. Juni 2015\nkam es zum Abschluss eines Kauf- und Darlehensvertrags zwischen C___ und seiner\nFrau D___ (act. 2/3), worin festgehalten wurde, C___ sei mit einem Tierhalteverbot\nbelegt, deshalb verkaufe er seinen gesamten Tierbestand mit Wirkung ab 1. Juni 2015 an\nD___ für CHF 75‘000.00 (Ingress und Ziff. 1). Der Verkäufer gewähre der Käuferin den\nKaufpreis als Darlehen (Ziff. 4). Für das Darlehen sei kein Zins geschuldet (Ziff. 5, recte:\n7). Am 10. Juni 2015 wurde zudem zwischen D___ (Arbeitgeberin) und C___\n(Arbeitnehmer) ein Einzelarbeitsvertrag abgeschlossen. Letzterer wurde von seiner Frau\nals landwirtschaftlicher Mitarbeiter ohne Tierbetreuung angestellt. Der Beginn des\nArbeitsverhältnisses wurde auf den 1. Juni 2015 festgesetzt (act. (2/4). RA Dr. A___\nvertritt gemäss Vollmacht vom 11. April 2016 ebenfalls die Interessen von D___ (act. 2/5,\n2/7). Das Veterinäramt erliess am 15. Juli 2016 eine neue Verfügung an das Ehepaar\nC___-D___ bzw. deren Rechtsvertreter zur Herstellung des rechtmässigen Zustands (act.\n2/8).\n\nAm 6. Februar 2017 wurde zwischen D___ und E___ ein Kaufvertrag abgeschlossen (act.\n2/10), worin festgehalten wurde, weil D___ vom Veterinäramt Appenzell Ausserrhoden\nverpflichtet worden sei, den Tierbestand zu veräussern, verkaufe sie diesen mit Wirkung\nab 1. Februar 2017 an E___ für CHF 75‘000.00 (Ingress und Ziff. 1). Die Verkäuferin\ngewähre dem Käufer den Kaufpreis als Darlehen (Ziff. 4). Für das Darlehen sei kein Zins\ngeschuldet (Ziff. 7). Am 10. März 2017 wurde E___ vom Veterinäramt zur Tierhaltung in\nB___ befragt und es wurde darüber ein Protokoll erstellt. E___ erschien zur Befragung mit\nRA Dr. A___ und bezeichnet ihn als seinen Rechtsvertreter (act. 2/14). Am 16. März 2017\nerging ein Schreiben des Veterinäramtes an Dr. A___, wonach festgestellt werde, dass\ndieser aufgrund der Angaben im Kaufvertrag zwischen D___ und E___ im\nVerwaltungsverfahren sowohl die Käuferschaft als auch die Verkäuferschaft vertrete.\nZudem habe er an der Besprechung vom 10. März 2017 angegeben, den Kaufvertrag\nerstellt zu haben. Nach Ansicht des Veterinäramtes liege bei dieser Konstellation ein\nInteressenkonflikt im Sinne von Art. 12 lit. c BGFA vor. RA Dr. A___ werde aufgefordert,\neines der beiden Mandate niederzulegen (act. 2/15). RA Dr. A___ reichte am 27. März\n\nSeite 2\n2017 dem Veterinäramt die schriftliche Vollmacht von E___ ein (act. 2/17) und bat um\nZustellung der Akten des Verwaltungsverfahrens, damit er prüfen könne, ob tatsächlich\neine Interessenkollision vorliege (act. 2/16). Das Veterinäramt schickte RA Dr. A___ am\n29. März 2017 das Protokoll der Befragung vom 10. März 2017 und räumte Frist zur\nStellungnahme ein (act. 2/18 und 2/19). Am 10. April 2017 schickte RA Dr. A___ je ein\nSchreiben für E___ und das Ehepaar C___-D___ an das Veterinäramt, worin er\nausführte, weil es sich bei den Verfahren gegen C___ und E___ offenbar um zwei\nverschiedene handle, deren genauen Inhalt und Stossrichtung er nicht kenne, könne er\nnur aufgrund der Akten beurteilen, ob es sich um eine zulässige Doppelvertretung handle\noder ob tatsächlich eine Interessenkollision vorliege. Er könne sich zum Protokoll erst\näussern, wenn diese Frage definitiv geklärt sei. Er bitte daher um die Akten der beiden\ngenannten Verwaltungsverfahren (act. 2/20+21).\n\nMit Schreiben des Veterinäramtes vom 12. April 2017 wurde RA Dr. A___ darüber\ninformiert, dass gleichentags bei der Anwaltsaufsichtskommission Meldung über eine\nmutmassliche Verletzung von Art. 12 lit. c BGFA erstattet worden sei. Zudem wurden RA\nDr. A___ die geforderten Akten zugestellt und dieser aufgefordert, zum Protokoll bis zum\n22. April 2017 Stellung zu nehmen (act. 2/22).\n\n"}