{"Signatur": "AR_OG_007", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2017-04-06", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_007_OG-AAK-16-2_2017-04-06.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download//Obergericht/2017/OG-20170406-AAK-16-2-20170406.pdf", "Checksum": "8b01a2a3af4a284e36f97a00ea17d9c6"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["OG AAK-16-2"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission 06.04.2017 OG AAK-16-2"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht Anwaltsaufsichtskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  Anwaltsaufsichtskommission"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  Anwaltsaufsichtskommission"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden Anwaltsaufsichtskommission Entscheid vom 6. April 2017 Mitwirkende Präsident E. Zingg Obergerichtsvizepräsident W. Kobler Oberrichterin S. 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AAK 16 2\n\nSitzungsort Trogen\n\nVerzeigter RA A___\n\nGegenstand Verletzung von Berufsregeln (Disziplinarverfahren)\nDie Anwaltsaufsichtskommission stellt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht fest:\n\n1. Die vor ihrem Versterben in B___ wohnhafte C___, Jahrgang 1961, wurde von der\nVormundschaftsbehörde B___ mit Beschluss vom 27. April 2009 unter Vormundschaft\ngestellt und als deren Vormundin D___, Sozialberatung DD___, gewählt (act. 2/6). Am 19.\nJuli 2012 schloss C___ mit RA A___ eine Honorarvereinbarung ab. Darin wird\nfestgehalten, dass das Honorar nach Zeitaufwand abgerechnet wird und pro Stunde CHF\n450.00, zuzüglich Spesen und Mehrwertsteuer, beträgt (act. 2/7). C___ unterzeichnete\nam 12. Oktober 2012 eine von RA A___ abgefasste und als öffentlicher Notar\nbeurkundete öffentliche letztwillige Verfügung. In dieser Urkunde wurde RA A___ als\nWillensvollstrecker eingesetzt (act. 2/9). Mit Schreiben vom 30. August 2013 teilte C___\nRA A___ mit, sie beende die Zusammenarbeit mit ihm und bat um sofortige Niederlegung\ndes Mandates (act. 8/15). Daraufhin wandte sich RA A___ nach einem vorgängig mit\nC___ geführten Telefongespräch schriftlich an sie und bat um definitiven Entscheid\nbetreffend Weiterführung des Mandates auf dem Doppel des Schreibens (act. 8/16). Am\n6. September 2013 kam C___ dem nach mit dem Bescheid „Mandat ausdrücklich\nweiterführen“ (act. 8/16). C___ starb am 14. Oktober 2013. Am 30. April 2015 wurde der\nSohn der Verstorbenen, E___, vom Vermittleramt O___ zu einer Schlichtungsverhandlung\nauf den 19. Mai 2015 vorgeladen. Laut Schlichtungsgesuch fordert RA A___ von E___\ngemäss Honorarnote vom 8. Oktober 2012 aus anwaltlicher Tätigkeit für C___ (1. Juni bis\n5. Oktober 2012) den Betrag von CHF 2‘000.00 zuzüglich Zins (act. 2/10).\n\n2. Mit Schreiben vom 2. November 2015 erhob E___, zusammen mit seinem Bruder F___,\ngegen RA A___ Anzeige bei der Anwaltskammer des Kantons St. Gallen mit dem\nErsuchen, sie über den Ausgang des Verfahrens zu informieren (act. 1/2). Am 9.\nNovember 2015 setzte die Anwaltskammer RA A___ über die Anzeige sowie die\nEröffnung eines Disziplinarverfahrens in Kenntnis und gab ihm Gelegenheit zur\nStellungnahme (act. 5). Mit Eingabe vom 22. November 2015 nahm RA A___ zu den\nVorwürfen in der Anzeige Stellung und beantragte die Einstellung des\nDisziplinarverfahrens (act. 7 und 8/1-17). Nach dem Beizug der Akten der Kindes- und\nErwachsenenschutzbehörde KESB, Herisau, überwies die Anwaltskammer am 14 April\n2016 das Verfahren zuständigkeitshalber an die Anwaltsaufsichtskommission Appenzell\nAusserrhoden (act. 1/1). Am 23. September 2016 nahm RA A___ Einsicht in die\nVerfahrensakten (bezüglich der KESB-Akten nur teilweise) (act. 15) und reichte am 27.\nSeptember 2016 eine ergänzte Stellungnahme ein (act. 16). Die\nAnwaltsaufsichtskommission teilte RA A___ am 1. Februar 2017 mit, der Fall werde ohne\n\nSeite 2\nmündliche Verhandlung an der Sitzung vom 6. April 2017 beraten (act. 17). Auf die\nAusführungen in den vorstehend aufgeführten Eingaben kann verwiesen werden; soweit\nfür die Beurteilung erforderlich, ist im Rahmen der nachfolgenden Erwägungen darauf\neinzugehen.\n\n3. Örtliche und sachliche Zuständigkeit der Anwaltsaufsichtskommission\nDie Anwaltskammer des Kantons St. Gallen führt aus, die beigezogenen Akten der\nKindes- und Erwachsenenschutzbehörde KESB, Herisau, hätten gezeigt, dass das\nMandat von RA A___ ausschliesslich mit Bemühungen zu tun gehabt habe, die er für\nseine Mandantin vor Behörden im Kanton Appenzell Ausserrhoden unternommen habe.\nBei dieser Sachlage sei eine Disziplinarzuständigkeit der Anwaltskammer als\nRegisterbehörde nicht gegeben.\n\nJeder Kanton bezeichnet eine Behörde, welche die Anwältinnen und Anwälte\nbeaufsichtigt, die auf seinem Gebiet Parteien vor Gerichtsbehörden vertreten (Art. 14 des\nBundesgesetzes über die Freizügigkeit der Anwältinnen und Anwälte, Anwaltsgesetz,\nBGFA; SR 935.61). Im Kanton Appenzell Ausserrhoden wird die Aufsicht über die\nAnwältinnen und Anwälte vom Obergericht durch eine Aufsichtskommission ausgeübt\n(Art. 6 und 8 Anwaltsgesetz, bGS 145.52). Disziplinarentscheide der Aufsichtskommission\nkönnen mit Beschwerde beim Obergericht angefochten werden (Art. 8a Anwaltsgesetz).\nDas Verfahren richtet sich nach Art. 14 ff. BGFA. Im Übrigen gelten sinngemäss die\nBestimmungen des Gesetzes über die Verwaltungsrechtspflege. Die Aufsichtskommission\nermittelt den Sachverhalt und erhebt die erforderlichen Beweise von Amtes wegen. Sie\nkann insbesondere Zeugen einvernehmen (Art. 27 Abs. 1 und 2 Anwaltsgesetz).\n\n"}