{"Signatur": "AR_OG_005", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2015-03-11", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_005_OG-O5V-14-21_2015-03-11.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download//Obergericht/2015/OG-20150311-O5V-14-21-20150311.pdf", "Checksum": "39c329d2d75d9b4bd6aac1948e960b47"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["OG O5V-14-21"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 5. Abteilung 11.03.2015 OG O5V-14-21"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 5. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  5. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  5. Abteilung"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden 5. Abteilung Urteil vom 11. März 2015  Mitwirkende  Obergerichtspräsident E. Zingg Oberrichter R. Krapf, S. Plachel, Dr. M. Winiger, E. Graf Obergerichtsschreiber J. Kürsteiner Verfahren Nr.  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O5V 14 21\n\nSitzungsort Trogen\n\nBeschwerdeführerin A___\n\nvertreten durch: B___\n\nVorinstanz Ausgleichskasse Appenzell Ausserrhoden, Neue Steig 15,\nPostfach, 9102 Herisau\n\nGegenstand Sozialbeiträge (Nachzahlungsverfügungen für 2010/2011)\nRechtsbegehren\n\na) der Beschwerdeführerin:\nDer Entscheid der Ausgleichskasse Appenzell Ausserrhoden vom 20. Mai 2014 sowie die\nNachzahlungs- und Verzugszinsverfügungen pro 2010 und pro 2011 mit einem Gesamttotal\nvon CHF 29‘617.90 seien aufzuheben, und von einer Umqualifizierung von Dividende in\nAHV-pflichtigen Lohn sei abzusehen.\n\nb) der Vorinstanz:\nAbweisung der Beschwerde.\n\nSachverhalt\n\nA. A___ gründete anfangs 1997 die Firma C___ zunächst als Gesellschaft mit beschränkter\nHaftung (GmbH), die sie ab 9. Januar 2004 als Einzelunternehmen und ab 2. Dezember\n2009 als Aktiengesellschaft führte.\n\nB. B.1\nIm Mai 2011 meldete die C___ AG der Ausgleichskasse des Kantons Appenzell Ausserrhoden, dass A___ 2010 einen Jahreslohn von Fr. 25'000.-- bezogen habe.\n\nB.2\nIn der Jahresabrechnung 2011 der C___ AG vom 22. März 2012 wurde für A___ ein\nJahreslohn von Fr. 120'000.-- eingesetzt.\n\nB.3\nMit Schreiben vom 18. September 2012 teilte die Steuerverwaltung des Kantons Appenzell\nAusserrhoden der C___ AG mit, dass per 31. Dezember 2010 bei den\n100 Namenstammaktien zum Nennwert von je Fr. 1'000.-- der Bruttosteuerwert Fr. 3'000.--\nund der Nettosteuerwert Fr. 2'100.-- betrage. Der Substanzwert nach Gewinnverteilung\nbzw. der Unternehmenswert von Fr. 303'230.-- errechne sich aus der Bilanz wie folgt:\nliberiertes Aktienkapital Fr. 100'000.--, Bilanzgewinn Fr. 230.--, offene Reserven gemäss\nDetail Fr. 27'000.-- und Gesamtausschüttung fällig nach Bewertungsstichtag Fr. 176'000.--.\nMit Schreiben gleichen Datums bezifferte die Steuerverwaltung gegenüber der C___ AG\nden Bruttosteuerwert der 100 Stammaktien per 31. Dezember 2011 auf Fr. 4'600.--. Der\n\nSeite 2\nSubstanzwert nach der Gewinnverteilung von Fr. 460'362.-- errechne sich wie folgt:\nliberiertes Aktienkapital Fr. 100'000.-, Bilanzgewinn Fr. 362.-, offene Reserven gemäss\nDetail Fr. 50'000.- und Gesamtausschüttung fällig nach Bewertungsstichtag Fr. 310'000.--.\n\nB.4\nNach Meldung einer Lohnkorrektur 2010 von Fr. 25'000.-- auf Fr. 120'000.-- am\n25. März 2013 stellte die Ausgleichskasse am 11. April 2013 ergänzend Rechnung über\nFr. 14'925.60 für den nachgemeldeten Lohn.\n\nB.5\nGemäss Revisionsbericht vom 12. Dezember 2013 ergab die Arbeitgeberkontrolle 2010\neine Dividende von Fr. 176'000.--, wobei aber nach neuer Praxis nur 10% vom Unternehmenswert oder ein Betrag von Fr. 30'323.-- zulässig sei. Deshalb sei die ausgewiesene\nDividende im Umfang von Fr. 145'677.-- überhöht und 50% davon oder Fr. 72'839.-- in\nLohn umzuqualifizieren. Gemäss Revisionsbericht gleichen Datums betrug die Dividende 2011 Fr. 310'000.--, wobei nur Fr. 46'036.-- zulässig seien. Die ausgewiesene Dividende sei damit um Fr. 263'964.-- überhöht und 50% oder Fr. 131'982.-- in Lohn umzuqualifizieren.\n\nC. C.1\nDie Ausgleichskasse verfügte am 21. Januar 2014 gegenüber der C___ AG eine Nachzahlung für 2010 über Fr. 8'935.70, ferner für die Zeit vom 1. Januar 2011 bis\n21. Januar 2014 Verzugszinsen von Fr. 1'366.40. Mit Verfügungen gleichen Datums wurden für 2011 eine Nachzahlung über Fr. 17'513.40 und für die Zeit vom 1. Januar 2012 bis\n21. Januar 2014 Verzugszinsen von Fr. 1'802.40 in Rechnung gestellt.\n\nC.2\nDagegen liess A___ mit Schreiben vom 18. Februar 2014 Einsprache erheben. Mit\nEntscheid vom 20. Mai 2014 wurde diese von der Ausgleichskasse abgewiesen. Im Jahre\n2010 habe die Ausschüttung bei einem Unternehmenswert von Fr. 303'230.-- eine Höhe\nvon Fr. 176'000.-- erreicht, was einen Eigenkapitalertrag von 58% bedeute; 2011 errechne\nsich bei einer Ausschüttung von Fr. 310'000.-- und einem Unternehmenswert von\nFr. 460'362.-- sogar ein Eigenkapitalertrag von 67%. Angemessen wäre eine Ausschüttung\nvon 10%. Nach der neuen Praxis der Sozialversicherungsanstalt des Kantons St. Gallen,\nan welche man sich anlehne, würden von einer übersetzten Dividende 50% als Lohn ohne\nbetragliche Begrenzung aufgerechnet, während nach der früheren Praxis bei Einmann-Ge-\nsellschaften übersetzte Dividenden bis zu einer Höhe von Fr. 120'000.-- als massgebender\nLohn aufgerechnet worden seien. Dies in Berücksichtigung dessen, dass bei Kleinunter-\n\nSeite 3\nnehmen die Festsetzung eines branchenüblichen Gehalts praktisch unmöglich sei. In Anbetracht des von der Einsprecherin in den Jahren 2004 bis 2009 durchschnittlich erzielten\nEinkommens von Fr. 400'000.-- erscheine das von ihr abgerechnete Einkommen nicht als\nangemessen. Ein Vergleich mit der heutigen Geschäftsführerin sei nicht statthaft, da der\nLohn zu sehr von der Person bzw. von deren Leistung abhänge.\n\n"}