{"Signatur": "AR_OG_002", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2021-01-01", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_002_O2S-22-10_nodate.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download/Obergericht/2022/OG-20221206-O2S-22-10-20230428.pdf", "Checksum": "af0ff9df3d9f47709ac500fefd40196c"}, "Scrapedate": "2025-12-21", "Num": ["O2S-22-10"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-22-10"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "OG"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung \n \nBeschluss vom 6. Dezember 2022  \nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser \nOberrichterin J. Lanker \nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger \nObergerichtsschreiberin B. Widmer \n \n \nVerfahren Nr. O2S 22 10 \n \n \nSitzungsort Trogen \n \n \nBeschwerdeführer Bundesamt für Zivildienst ZIVI, Malerweg 6, 3600 Thun  \nvertreten durch: AA. \n \n \nBeschwerdegegner B. \n \n \nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden \nvertreten durch: C"}], "ScrapyJob": "446973/43/2239", "Zeit UTC": "21.12.2025 01:36:07", "Checksum": "96e157383350d20d14f0d76156845a14", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-22-10\nRegeste:\nObergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung \n \nBeschluss vom 6. Dezember 2022  \nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser \nOberrichterin J. Lanker \nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger \nObergerichtsschreiberin B. Widmer \n \n \nVerfahren Nr. O2S 22 10 \n \n \nSitzungsort Trogen \n \n \nBeschwerdeführer Bundesamt für Zivildienst ZIVI, Malerweg 6, 3600 Thun  \nvertreten durch: AA. \n \n \nBeschwerdegegner B. \n \n \nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden \nvertreten durch: C\n\nObergericht Appenzell Ausserrhoden\n2. Abteilung\n\nBeschluss vom 6. Dezember 2022\n\nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser\nOberrichterin J. Lanker\nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger\nObergerichtsschreiberin B. Widmer\n\nVerfahren Nr. O2S 22 10\n\nSitzungsort Trogen\n\nBeschwerdeführer Bundesamt für Zivildienst ZIVI, Malerweg 6, 3600 Thun\nvertreten durch: AA.\n\nBeschwerdegegner B.\n\nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden\nvertreten durch: CC.\n\nGegenstand Einstellung\nBeschwerde gegen die Verfügung der\nStaatsanwaltschaft U 22 582 vom 12. Juli 2022\nSachverhalt\n\nA.\nDer Beschwerdegegner wurde am 19. Februar 2010 zum Zivildienst zugelassen und zur\nLeistung von 276 Diensttagen verpflichtet (act. B 3/1). Mit Strafbefehl der Staatsanwalt -\nschaft Zürich-Sihl vom 24. Januar 2017 wurde er des fahrlässigen Zivildienstversäumnis -\nses im Sinne von Art. 74 Abs. 1 ZDG schuldig gesprochen und mit einer Busse von\nCHF 400.00 bestraft, weil er einem Aufgebot zur Leistung von Zivildienst vom 25. Juli bis\n19. August 2016 aus pflichtwidriger Unvorsichtigkeit nicht nachgekommen war (act. B 3/2).\nDa der Beschwerdegegner für das Jahr 2021 keine Einsatzvereinbarung einreichte (act.\nB 3/3-6), wurde er mit Verfügung vom 12. Mai 2021 von Amtes wegen zu einem Zivildiensteinsatz beim Einsatzbetrieb D. vom 1. bis 26. November 2021 (act. B 3/7) sowie zu\neinem vorangehenden Vorstellungsgespräch am 14. Juni 2021 aufgeboten (act. B 3/8).\nAm Vorstellungsgespräch vom 14. Juni 2021 nahm der Beschwerdegegner teil, jedoch trat\ner den Einsatz am 1. November 2021 nicht an (act. B 3/9). Mit Schreiben vom\n27. Dezember 2021 lud der Beschwerdeführer den Beschwerdegegner zu ei ner\nerklärenden Stellungnahme ein (act. B 3/10). Der Beschwerdegegner liess sich nicht\nvernehmen. In der Folge erstattete der Beschwerdeführer mit Schreiben vom 28. April\n2022 Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden wegen\nZivildienstversäumnisses im Sinne von Art. 73 f. ZDG (act. B 8/2.1).\n\nB.\nAm 10. Mai 2022 beauftragte die Staatsanwaltschaft die Kantonspolizei mit einer dele -\ngierten Einvernahme des Beschwerdegegners sowie allfälligen weiteren Einvernahmen\n(act. B 8/2.2). Die polizeiliche Einvernahme des Beschwerdegegners erfolgte am 27. Mai\n2022 (act. B 8/1.1.1). Bereits am 26. Mai 2022 gab der Vater des Beschwerdegegners\neine schriftliche Erklärung ab (act. B 8/1.1.3). Am 2. Juni 2022 erstattete die Kantonspo -\nlizei der Staatsanwaltschaft Rapport (act. B 8/1.1). Mit Verfügung vom 12. Juli 2022 stellte\ndie Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Beschwerdegegner in Anwen dung von\nArt. 319 Abs. 1 lit. b StPO ein und auferlegte die Verfahrenskosten dem Staat (act. B 4).\n\nC.\nDagegen erhob der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 25. Juli 2022 Beschwerde beim\nObergericht. Er beantragte die Aufhebung der Einstellungsverfügung und die Zurückwei -\nsung der Sache an die Staatsanwaltschaft zur Neubeurteilung (act. B 1). Mit Stellung -\nnahme vom 15. August 2022 beantragte die Staatsanwaltschaft die kostenfällige Abweisung der Beschwerde und verwies zur Begründung auf die angefochtene Einstellungs -\nverfügung (act. B 7). Der Beschwerdegegner liess sich nicht vernehmen.\n\nSeite 2\nErwägungen\n\n1.\nDie Strafverfolgung im Bereich der Zivildienstpflicht erfolgt auf Anzeige der Vollzugsstelle\nund obliegt den Kantonen (Art. 78 Abs. 2 Zivildienstgesetz, ZDG, SR 824.0). Gegen Nicht-\nanhandnahme- und Einstellungsverfügungen kann die Vollzugsstelle Beschwerde erheben (Art. 78a Abs. 2 ZDG). Vollzugsstelle ist das Bundesamt für Zivildienst ZIVI (Art. 6\nAbs. 1 ZDG i.V.m. Art. 1 Zivildienstverordnung, ZDV, SR 824.01). Der Beschwerdeführer\nist folglich zur Erhebung der Beschwerde legitimiert. Die weiteren Eintreten svoraussetzungen (Art. 393 ff. StPO) geben zu keinen Bemerkungen Anlass. Auf die Beschwerde ist\neinzutreten. Zuständig zu ihrer Beurteilung ist das Kollegialgericht (Art. 26 Justizge setz,\nbGS 145.31).\n\n"}