{"Signatur": "AR_OG_002", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2021-01-01", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_002_O2S-19-8_nodate.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download/Obergericht/2020/OG-20200114-O2S-19-8-20200622.pdf", "Checksum": "a8544016a2c38cb7253e59cfa6a191da"}, "Scrapedate": "2025-12-21", "Num": ["O2S-19-8"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-19-8"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "OG"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung \n \nBeschluss vom 14. Januar 2020  \nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler \nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger  \nOberrichterin S. Rohner-Staubli \nObergerichtsschreiberin B. Widmer \n \n \nVerfahren Nr. O2S 19 8 \n \n \nSitzungsort Trogen \n \n \nBeschwerdeführerin N____ \nPrivatklägerin  \nvertreten durch: RA Dr. iur. K____ \n \n \nBeschwerdegegner H____ \nBeschuldigter  \nverteidigt durch: RA MLaw R____ \n \n \nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft"}], "ScrapyJob": "446973/43/2239", "Zeit UTC": "21.12.2025 01:36:57", "Checksum": "327279b2b040e133d4ffbb20f758a0fb", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-19-8\nRegeste:\nObergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung \n \nBeschluss vom 14. Januar 2020  \nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler \nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger  \nOberrichterin S. Rohner-Staubli \nObergerichtsschreiberin B. Widmer \n \n \nVerfahren Nr. O2S 19 8 \n \n \nSitzungsort Trogen \n \n \nBeschwerdeführerin N____ \nPrivatklägerin  \nvertreten durch: RA Dr. iur. K____ \n \n \nBeschwerdegegner H____ \nBeschuldigter  \nverteidigt durch: RA MLaw R____ \n \n \nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft\n\nObergericht Appenzell Ausserrhoden\n2. Abteilung\n\nBeschluss vom 14. Januar 2020\n\nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler\nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger\nOberrichterin S. Rohner-Staubli\nObergerichtsschreiberin B. Widmer\n\nVerfahren Nr. O2S 19 8\n\nSitzungsort Trogen\n\nBeschwerdeführerin N____\nPrivatklägerin\nvertreten durch: RA Dr. iur. K____\n\nBeschwerdegegner H____\nBeschuldigter\nverteidigt durch: RA MLaw R____\n\nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden\nAnklägerin\nvertreten durch Staatsanwalt\n\nGegenstand Einstellung\nBeschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft\nNr. U 18 542 vom 28. Mai 2019\nDas Obergericht stellt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht fest:\n\n1. Am 2. Juni 2018 nahm die in T____ ZH wohnhafte N____ über „Whats App“ mit H____\nKontakt auf („chasch di nüm erinnere bin mal bi dir gsi dur mega escort“) und verabredete\nsich mit ihm an dessen Wohnort in E____ AR (act. B 6/4/2.1, S. 1). Am 5. Juni 2018, ca.\n18.30 Uhr, suchte N____ H____ an dessen Wohnort an der Y____-Strasse 6 in E____\nauf. Schon bald kam es zu einvernehmlichem Geschlechtsverkehr. Am Morgen des 6.\nJuni 2018, zwischen 5.30 und 5.45 Uhr, hörte die an der Y___-Strasse 8 wohnhafte\nB____ Schrei-Rufe, welche sich gemäss ihren Angaben nach Hilfeschreien angehört\nhätten (act. B 6/2.8, S. 3). Um 6.21 Uhr wurde der Kantonalen Notrufzentrale eine\n„aufgelöste Frau, die jemand zu vergewaltigen versucht habe“, gemeldet. Beim Eintreffen\nder Polizei befand sich N____ mit dem Meldeerstatter bei der Tiefgarageneinfahrt der\nLiegenschaft Y____-Strasse 6 (act. B 6/1.3, S. 2). H____ wurde um 12.15 Uhr in seiner\nWohnung festgenommen (act. B 6/3.2) und die Wohnung in dessen Anwesenheit\ndurchsucht (act. B 6/3.4+3.5). Verschiedene Gegenstände wurden sichergestellt, darunter\nein blaues Hemd im Abfallsack sowie eine Spar-Karte mit Kokain in der Küche (act. B\n6/3.6). N____ wurde mit Verfügung der Staatsanwaltschaft vom 8. April 2019 im Untersuchungsverfahren die unentgeltliche Rechtspflege und –verbeiständung durch RA Dr. iur.\nK____ gewährt (act. B 6.3). Mit Strafbefehl der Staatsanwaltschaft vom 28. Mai 2019 (U\n18 542) wurde H____ wegen Freiheitsberaubung, Tätlichkeit und Sachbeschädigung\nverurteilt (act. B 6/8.2, B 2/4); dieser Entscheid erwuchs in Rechtskraft (act. B 4).\nDagegen wurde mit gleichentags erlassener Verfügung (act. B 6/8.1, B 3) das Verfahren\ngegen H____ betreffend sexuelle Nötigung und sexuelle Belästigung sowie Verstoss\ngegen das Betäubungsmittelgesetz in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a und e StPO\neingestellt (Ziff. 1). Die Untersuchungskosten für diesen Teil des Verfahrens wurden dem\nStaat auferlegt (Ziff. 2) und der Rechtsvertreter von H____ mit CHF 3‘100.00 (inkl. Mwst.)\nentschädigt (Ziff. 3).\n\nDer Begründung der Einstellungsverfügung kann im Wesentlichen entnommen werden,\nder Sachverhalt der sexuellen Nötigung/Belästigung lasse sich durch keine objektivierbaren Elemente bzw. Sachbeweise (Fotos, beschädigte Sachen, Tonaufnahmen) erheben.\nDie Aussagen der Geschädigten und des Beschuldigten würden sich in wesentlichen\nPunkten diametral widersprechen. Selbst der chronologische Ablauf des Abends habe\nsich nicht zweifelsfrei erstellen lassen. Insgesamt habe sich der Anzeigeverdacht nach\nden vorgenommenen Ermittlungen durch das vorliegende Beweisergebnis nicht bestätigten lassen. Fehlende Beweisergebnisse würden in casu eine andere Verfahrenserledigung verunmöglichen. Das Verfahren sei deshalb mangels Nachweises einer strafbaren\nsexuellen Handlung gemäss Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO einzustellen. Betreffend Betäu-\n\nSeite 2\nbungsmittelkonsum erfolge aufgrund der niedrigen Menge und des Eigenkonsums eine\nOpportunitätseinstellung (Art. 8 StPO i.Vm. Art. 52 StGB und Art. 319 Abs. 1 lit. e StPO).\n\n"}