{"Signatur": "AR_OG_002", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2021-01-01", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_002_O2S-19-5_nodate.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download/Obergericht/2019/OG-20191112-O2S-19-5-20200429.pdf", "Checksum": "a5d5a864de5e0f6a2c3266b36e672707"}, "Scrapedate": "2025-12-21", "Num": ["O2S-19-5"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-19-5"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "OG"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung \n \nBeschluss vom 12. November 2019  \nMitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg \nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger, F. 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T___, Unterdorf 5, 9043 Trogen \n \n \nBeschwerdegegner S___ \n \nverteidigt durch: Fürsprecher L___ \n \n \n \nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenz\n\nObergericht Appenzell Ausserrhoden\n2. Abteilung\n\nBeschluss vom 12. November 2019\n\nMitwirkende Obergerichtspräsident E. Zingg\nOberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger, F. Windisch\nObergerichtsschreiberin B. Schittli\n\nVerfahren Nr. O2S 19 5 und ERS 2019 3\n\nSitzungsort Trogen\n\nBeschwerdeführerin M___\n\nvertreten durch: RA lic. iur. T___, Unterdorf 5, 9043 Trogen\n\nBeschwerdegegner S___\n\nverteidigt durch: Fürsprecher L___\n\nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden\n\nvertreten durch: Staatsanwältin\n\nGegenstand Einstellung\nBeschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft U 18\n516 vom 20. März 2019\nAnträge\n\na) der Beschwerdeführerin:\n\n1. Ziffer 1 der angefochtenen Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft Appenzell\nAusserrhoden vom 20. März 2019 sei aufzuheben.\n\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolge.\n\nb) des Beschwerdegegners:\n\n(kein Antrag)\n\nc) der Staatsanwaltschaft:\n\n1. Auf die Beschwerde sei nicht einzutreten.\n\n2. Unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin.\n\nSachverhalt\n\nA. Übersicht\n\na) Seit dem 1. Juni 2017 leben M___ und S___ getrennt (act. B. 18/2).\n\nb) Am 28. März 2018 kam zwischen den Eheleuten eine Vereinbarung zustande (act.\nB 18/2). Diese sieht im Wesentlichen vor, dass die gemeinsame Tochter Y___, geb.\n22. April 2015, in der alternierenden elterlichen Obhut der Eltern lebt und der Wohnsitz sich bei der Mutter befindet (Ziffer 2). Dabei betreut die Mutter Y___ jeweils von\nSonntag, 9:00 Uhr, bis Donnerstag, 9:00 Uhr, und der Vater jeweils von Donnerstag,\n9:00 Uhr, bis Sonntag, 9:00 Uhr (Ziffer 3).\n\nc) Mit Entscheid vom 29. März 2018 genehmigte der Familienrichter des Kreisgerichtes Toggenburg die Vereinbarung von M___ und S___ vom 28. März 2018 und\nordnete für Y___ eine Beistandschaft nach Art. 308 Abs. 2 ZGB an. Sodann wurde\nper 1. Juni 2017 die Gütertrennung festgelegt (act. B 18/1, S. 11). Die Einsetzung\ndes Besuchsrechtsbeistandes wurde damit begründet (act. B 18/1, S. 7), dass die\nVerhältnisse zwischen den Kindeseltern sehr angespannt sind und eine Kommunikation nur per SMS möglich ist. Der Beistand wurde explizit aufgefordert, zwischen den Eltern zu vermitteln und die Übergaben von Y___ zu regeln und zu\n\nSeite 2\nkoordinieren. Weiter ergibt sich aus dem Entscheid (act. B 18, S. 4 ff.), dass\nlediglich die Obhut geregelt, die gemeinsame elterliche Sorge aber beibehalten wird.\n\nd) Mit Beschluss der KESB Toggenburg vom 24. April 2018 wurde E___ als Beistand\neingesetzt (act. B 18/3).\n\ne) Am 28. Mai 2018 ging bei der Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden eine\nStrafanzeige der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Toggenburg (nachfolgend KESB Toggenburg) ein. Diese brachte darin zur Kenntnis, dass M___ im\nKontext des familienrechtlichen Verfahrens und der Errichtung der Besuchsrechtsbeistandschaft den Verdacht äusserte, dass ihr getrennt lebender Ehemann,\nS___, sexuelle Handlungen an der gemeinsamen, damals gerade drei Jahre alt\ngewordenen Tochter, Y___, vorgenommen habe (act. B 2, S. 2 und B 33/1.1).\n\nf) Mit Beschluss vom 26. Juni 2018 ordnete die KESB Toggenburg für Y___ eine\nBeistandschaft nach Art. 306 Abs. 2 ZGB an und betraute damit RAin lic. iur A___\n(act. B 33/1.5).\n\ng) Im Rahmen des in der Folge eröffneten Strafverfahrens wurde in einem ersten\nSchritt die Aussagetüchtigkeit von Y___ gutachterlich abgeklärt. Dr. rer. nat. B___\nvom KJPD St. Gallen kam im Gutachten vom 9. Juli 2018 zum Schluss, dass die\ndamals 3 Jahre und 2 Monate alte Y___ aufgrund entwicklungspsychologischer\nAspekte, namentlich der sprachlichen Entwicklung und der Entwicklung des\nGedächtnisses nicht aussagetüchtig sei resp. keine für ein Strafverfahren zu\nverwendenden Aussagen machen könne. Parallel dazu erfolgten Abklärungen beim\nHausarzt, Dr. med. K___, bezüglich der festgestellten Rötungen. Diese Ermittlungen\nergaben, dass Y___ am 24. April 2018 wegen einer Windeldermatitis in Behandlung\nwar, die jedoch nicht mit sexuellen Handlungen im Zusammenhange stand. Der\nKindsvater, S___, wies die ihm gegenüber erhobenen Anschuldigungen vehement\nvon sich (act. B 2, S. 2 f., act. B 33/A1.7, act. B 33/B2.2, S. 9).\n\nh) Die Vollmacht von RA lic. iur. T___ datiert vom 31. Juli 2019. Darin wird er\nermächtigt, die Interessen von M___ und Y___ betreffend Einstellungsverfügung der\nStaatsanwaltschaft vom 20. März 2019 betreffend sexuelle Handlungen mit Kindern\nnach Recht und Billigkeit zu wahren (act. B 18/4).\n\ni) Mit Verfügung vom 22. März 2019 stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren\ngegen S___ in Anwendung von Art. 319 Abs. 1 lit. a StPO ein (U 18 516, act. B 2,\n\n"}