{"Signatur": "AR_OG_002", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2021-01-01", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_002_O2S-17-10_nodate.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download/Obergericht/2018/OG-20180814-O2S-17-10-20190128.pdf", "Checksum": "1f90f35b8038fed9e34b47a7b452cb7d"}, "Scrapedate": "2025-12-21", "Num": ["O2S-17-10"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-17-10"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  2. Abteilung"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "OG"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden  2. Abteilung   \nBeschluss vom  14. August 2018   \nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler Oberrichterin D. Sieber Oberrichter R. Krapf, S. Plachel, Dr. M. Winiger Obergerichtsschreiberin B. Widmer   \nVerfahren Nr. O2S 17 10   \nSitzungsort Trogen  \n Beschwerdeführerin 1 A1___ AG  Privatklägerin 1   Beschwerdeführerin 2 A2___ AG  Privatklägerin 2   \nBeschwerdeführer 3 A3___ Privatkläger 3  Beschwerdeführer 4 A4___ Privatkläger 4  \nBeschwerdeführer 5  A5_"}], "ScrapyJob": "446973/43/2239", "Zeit UTC": "21.12.2025 01:37:12", "Checksum": "d2e52382b1ec6d761e4c697e8c5bf668", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Appenzell Ausserrhoden Obergericht 2. Abteilung O2S-17-10\nRegeste:\nObergericht Appenzell Ausserrhoden  2. Abteilung   \nBeschluss vom  14. August 2018   \nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler Oberrichterin D. Sieber Oberrichter R. Krapf, S. Plachel, Dr. M. Winiger Obergerichtsschreiberin B. Widmer   \nVerfahren Nr. O2S 17 10   \nSitzungsort Trogen  \n Beschwerdeführerin 1 A1___ AG  Privatklägerin 1   Beschwerdeführerin 2 A2___ AG  Privatklägerin 2   \nBeschwerdeführer 3 A3___ Privatkläger 3  Beschwerdeführer 4 A4___ Privatkläger 4  \nBeschwerdeführer 5  A5_\n\nObergericht Appenzell Ausserrhoden\n2. Abteilung\n\nBeschluss vom 14. August 2018\n\nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler\nOberrichterin D. Sieber\nOberrichter R. Krapf, S. Plachel, Dr. M. Winiger\nObergerichtsschreiberin B. Widmer\n\nVerfahren Nr. O2S 17 10\n\nSitzungsort Trogen\n\nBeschwerdeführerin 1 A1___ AG\nPrivatklägerin 1\nBeschwerdeführerin 2 A2___ AG\nPrivatklägerin 2\nBeschwerdeführer 3 A3___\nPrivatkläger 3\nBeschwerdeführer 4 A4___\nPrivatkläger 4\nBeschwerdeführer 5 A5___\nPrivatkläger 5\nBeschwerdeführerin 6 A6___\nPrivatklägerin 6\nBeschwerdeführer 7 A7___\nPrivatkläger 7 alle vertreten durch: RA AA___\n\nBeschwerdegegner B___\nBeschuldigter verteidigt durch: RA BB___\n\nBeschwerdegegnerin Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden\nAnklägerin vertreten durch: StA C___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau\n\nGegenstand Einstellung\nBeschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft\nU 17 125 vom 8. August 2017\nDas Obergericht stellt in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht fest:\n\n1. Die A1___ AG und die A2___ AG wurden im Jahr 2014 gegründet. Die Domiziladressen\nder im Handelsregister des Kantons Appenzell Innerrhoden eingetragenen Firmen\nbefinden sich an der D___. Die A1___ AG bezweckt die Projektierung, Realisation und\nInbetriebnahme von Industriesteuerungen sowie Planung, Installation und Handel mit\nelektrotechnischen Artikeln und Waren aller Art in diesem Bereich (act. B 14/2.1e). Die\nA2___ AG hat die Projektierung, Realisation und Inbetriebnahme von Industrieanlagen,\nden Handel mit Heizungs-, Sanitär-, Elektroanlagen und Lüftungselementen sowie\nArtikeln und Waren aller Art in diesen Bereichen zum Zweck (act. B 14/1.1e). 2014 und\n2015 arbeiteten Mitarbeitende beider Firmen mit Grenzgängerbewilligungen (G-\nBewilligungen) auf einer Grossbaustelle der E___ GmbH in Widnau (act. B 14/13, S. 3 ff.;\nB 14/12, S. 3 ff.). B___, Leiter des Arbeitsinspektorates Appenzell Ausser- und\nInnerrhoden, Arbeitsort Herisau (act. B 14/5.2), führte von 2014 bis 2016 eine\narbeitsmarktrechtliche Betriebskontrolle bei den beiden genannten Firmen durch (act. B\n14/13, S, 2 ff; B 14/12, S. 2 ff.) und erstellte am 21. Oktober 2016 je einen Kontrollbericht\n(act. B 4/13 und B 4/12). Am 24. Oktober 2016 wandte sich B___ je per E-Mail an die\nbeiden Firmen sowie deren verantwortlichen Organe und setzte diese über die\nwesentlichsten Ergebnisse und Schlüsse der Kontrollen in Kenntnis (act. B 14/2.1f.;\nB14/1.1f). Am 19. Januar 2017 liessen sowohl die A1___ AG, die A2___ AG sowie fünf\nPersonen, allesamt Organe der beiden Unternehmen, bei der Staatsanwaltschaft\nAppenzell Ausserrhoden Strafantrag gegen B___ wegen Ehrverletzung (Verleumdung,\neventualiter üble Nachrede) stellen (act. B 14/2.1; B 14/1.1). Der seit 1. Januar 2017\npensionierte Beschuldigte wurde am 30. März 2017 durch die Kantonspolizei Appenzell\nAusserrhoden zu den Vorwürfen befragt (act. B 14/5.1; B 14/6.1) und es wurden Akten\nvom Arbeitsinspektorat beigezogen (act. B 14/7; B 14/8/1-3). Am 2. Juni 2017 teilte die\nStaatsanwaltschaft den Parteien mit, es sei vorgesehen, das Verfahren gegen B___\nmittels einer Einstellungsverfügung abzuschliessen (act. B 14/9). Damit erklärte sich RA\nAA___ mit Eingabe vom 9. Juni 2017 nicht einverstanden und ersuchte um Einholung der\nKontrollberichte beim Arbeitsinspektorat (act. B 14/10). Die beiden Kontrollberichte\nwurden RA AA___ am 13. Juni 2017 zugestellt (act. B 14/11-13). Mit Verfügung vom 8.\nAugust 2017 (U 17 125, act. B 14/14; B 3) stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren\ngegen B___ betreffend Verleumdung, ev. üble Nachrede, in Anwendung von Art. 319 Abs.\n1 lit. a StPO ein (Ziff. 1). Die Untersuchungskosten wurden dem Staat auferlegt (Ziff. 2).\n\nSeite 2\nDer Begründung der Einstellungsverfügung kann im Wesentlichen entnommen werden,\nes stelle sich die Frage, ob sich aus der Amts- und Berufspflicht ein Rechtfertigungsgrund\nfür B___ im Sinne von Art. 14 StGB ergebe. Der Beschuldigte habe die Kontrollberichte in\namtlicher Funktion an die zuständigen Behörden zur Prüfung von Massnahmen gerichtet.\nEs habe zu seiner Aufgabe gehört, den in seinen Augen zweifelhaften Zustand der\nGesellschaft bzw. das Verhalten der Organe unter dem Aspekt allfälliger\nRechtsverletzungen zu werten und seine Einschätzung durch klare Angaben gegenüber\nden Spezialbehörden auf den Punkt zu bringen. Vermutungen habe der Beschuldigte als\nsolche bezeichnet. Die Kritik sei sachbezogen. Bei einer Gesamtbetrachtung müsse\ndaher der Rechtfertigungsgrund der Amts- und Berufspflicht bejaht werden. Bei der\ngegebenen Beweis- und Rechtslage bestehe jedenfalls eine überwiegende\nWahrscheinlichkeit dafür, dass ein allfälliges Gerichtsverfahren mit einem Freispruch\nenden würde. Mit anderen Worten sei kein Tatverdacht erhärtet, welcher eine Anklage\nrechtfertigen würde.\n\n"}