{"Signatur": "AR_OG_001", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2021-01-01", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_OG_001_O1S-17-10_nodate.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download/Obergericht/2017/OG-20170821-O1S-17-10-20170821.pdf", "Checksum": "a9e3f8587f2846cb169412b8af9e82ca"}, "Scrapedate": "2025-12-21", "Num": ["O1S-17-10"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung O1S-17-10"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures Obergericht 1. Abteilung O1S-17-10"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno Obergericht 1. Abteilung O1S-17-10"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Obergericht 1. Abteilung"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures Obergericht 1. Abteilung"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno Obergericht 1. 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Kobler Oberrichterinnen S. Rohner, D. Cadosch Oberrichter H. P. Blaser, H. Zingg,  Obergerichtsschreiberin B. Widmer   \nVerfahren Nr. O1S 17 10    \nSitzungsort Trogen    \nBerufungsklägerin A___ AG  Beschuldigte  \nverteidigt durch: RA B___   \n Berufungsbeklagte Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden  Anklägerin  \nvertreten durch: StA C___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau\n\nObergericht Appenzell Ausserrhoden\n1. Abteilung\n\nUrteil vom 21. August 2017\n\nMitwirkende Obergerichtsvizepräsident W. Kobler\nOberrichterinnen S. Rohner, D. Cadosch\nOberrichter H. P. Blaser, H. Zingg,\nObergerichtsschreiberin B. Widmer\n\nVerfahren Nr. O1S 17 10\n\nSitzungsort Trogen\n\nBerufungsklägerin A___ AG\nBeschuldigte\nverteidigt durch: RA B___\n\nBerufungsbeklagte Staatsanwaltschaft Appenzell Ausserrhoden\nAnklägerin\nvertreten durch: StA C___, Schützenstrasse 1A, 9100 Herisau\n\nGegenstand Einfache Verkehrsregelverletzung\nAnträge\n\na) Staatsanwaltschaft:\n\naa) im erstinstanzlichen Verfahren (sinngemäss):\n\nDie Beschuldigte sei unter Kostenfolge der einfachen Verkehrsregelverletzung schuldig zu\nsprechen bzw. zu verpflichten, die Ordnungsbusse von CHF 240.00 zu bezahlen.\n\nbb) im Berufungsverfahren:\n\n(hat auf eine Stellungnahme verzichtet)\n\ncc) nach Rückweisung des Verfahrens durch das Bundesgericht:\n\n(keine Anträge)\n\nb) Beschuldigte:\n\naa) im erstinstanzlichen Verfahren:\n\nDie Fahrzeughalterin sei freizusprechen;\nalles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.\n\nbb) im Berufungsverfahren:\n\n1. Das Urteil des Kantonsgerichts Appenzell Ausserrhoden vom 16. September 2015\nsei vollumfänglich aufzuheben und die Fahrzeughalterin sei freizusprechen;\n\n2. Der Beschuldigten sei für das erstinstanzliche Verfahren und das Vorverfahren bei\nder Staatsanwaltschaft eine angemessene Parteientschädigung zuzusprechen;\n\nalles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.\n\ncc) nach Rückweisung des Verfahrens durch das Bundesgericht:\n\n1. Die beschuldigte Fahrzeughalterin, A___ AG, sei freizusprechen;\n\n2. Der Beschuldigten sei für das Berufungsverfahren vor Obergericht Appenzell\nAusserrhoden mit der Verfahrens Nr. O1S 15 11, das erstinstanzliche Verfahren\nES3 15 6 vor Kantonsgericht und das Strafbefehlsverfahren SV 14 1484 bei der\nStaatsanwaltschaft eine pauschale Parteientschädigung in der Höhe von\nCHF 5‘900.00 zuzusprechen;\n\nAlles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Staatskasse.\n\nSeite 2\nSachverhalt\n\nA. Übersicht\n\nDie A___ AG ist als Vermieterin von Motorfahrzeugen tätig. Sie ist Halterin des\nPersonenwagens mit dem Kontrollschild AI 00000. Die A___ AG vermietete dieses\nFahrzeug in der Zeit vom 19. Juni bis 22. Juni 2014 an D___, wohnhaft in Fort Lauderdale\nin Florida (act. B 2/14 und B 3/4/3). Mit dem genannten Personenwagen wurde am 20.\nJuni 2014, 11.48 Uhr, auf der Umfahrungsstrasse in Teufen die zulässige\nHöchstgeschwindigkeit von 80 km/h um rechtlich relevante 16 km/h überschritten (act. B\n2/1). Mit Übertretungsanzeige vom 25. Juni 2014 forderte die Kantonspolizei,\nOrdnungsbussenkontrolle, von der Halterin eine Ordnungsbusse von CHF 240.00 ein.\nWenn die A___ AG die Übertretung nicht selber begangen habe, werde sie um Nennung\nder Personalien der verantwortlichen Person ersucht (act. B 2/4). Mit Schreiben vom 9.\nJuli 2014 teilte die A___ AG der Kantonspolizei mit, Mieterin sei am 20. Juni 2014 D___\ngewesen und gab deren Wohnadresse in den USA an. Weiter teilte sie mit, es sei kein\nzweiter Mieter eingetragen und der Fahrer sei ihnen nicht bekannt (act. B 2/5). Am 10. Juli\n2014 sandte die Kantonspolizei die Übertretungsanzeige an D___ an deren Adresse in\nFort Lauderdale (act. B 2/6). Da die angeschriebene Fahrzeugmieterin nicht reagierte,\nliess die Kantonspolizei am 20. Oktober 2014 der A___ AG als verantwortliche\nFahrzeughalterin gestützt auf Art. 6 Abs. 5 des Ordnungsbussengesetzes (OGB) die\nÜbertretungsanzeige erneut zukommen und ersuchte um Begleichung der Busse innert\nFrist, andernfalls eine Anzeige an die Staatsanwaltschaft erfolge (act. 2/7). Die A___ AG\nteilte der Kantonspolizei daraufhin am 28. Oktober 2014 wiederum dasselbe wie bereits\nim Schreiben vom 9. Juli 2014 mit (act. B 2/8).\n\nB. Prozessgeschichte\nMit Anzeigerapport der Kantonspolizei vom 7. November 2014 wurde die A___ AG wegen\nder Geschwindigkeitsüberschreitung vom 20. Juni 2014 in Teufen bei der\nStaatsanwaltschaft verzeigt (act. B 2/1-3). Mit Strafbefehl vom 2. Dezember 2014 (SV 14\n1484) wurde die A___ AG wegen einfacher Verletzung der Verkehrsregeln (Überschreiten\nder zulässigen Höchstgeschwindigkeit) zu einer Busse von CHF 240.00 verurteilt (act. B\n2/9). Dagegen liess diese am 8. Dezember 2014 fristgerecht Einsprache erheben (act. B\n2/10-15). Die Staatsanwaltschaft teilte dem damaligen Verteidiger der A___ AG am 24.\nMärz 2015 mit, es sei vorgesehen, das Verfahren mittels Anklageerhebung an das\nKantonsgericht abzuschliessen (act. B 2/16). Die Anklageschrift samt Schlussbericht\n\n"}