{"Signatur": "AR_KG_999", "Spider": "AR_Gerichte", "Datum": "2022-09-13", "PDF": {"Datei": "AR_Gerichte/AR_KG_999_OG-O2K-19-3_2022-09-13.pdf", "URL": "https://rechtsprechung.ar.ch/download//Obergericht/2022/OG-20220913-O2K-19-3-20230206.pdf", "Checksum": "ad4111bfc949ee1c032b94fddfc73393"}, "Scrapedate": "2023-01-01", "Num": ["OG O2K-19-3"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht sonstiges 13.09.2022 OG O2K-19-3"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Appenzell Ausserrhoden Kantonsgericht sonstiges"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Appenzell Rhodes-Extérieures  sonstiges"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Appenzello Interno  sonstiges"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht Appenzell Ausserrhoden 2. Abteilung Urteil vom 13. September 2022 Mitwirkende  Obergerichtsvizepräsident M. Hüsser Oberrichterin J. Lanker Oberrichter M. Winiger, M. Müller, R. Kläger Obergerichtsschreiberin B. 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O2K 19 3\n\nSitzungsort Trogen\n\nBeschwerdeführer A.\nvertreten durch: RA AA.\n\nVorinstanz KESB Appenzell Ausserrhoden, Gutenberg Zentrum,\nKasernenstrasse 4, Postfach 1259, 9102 Herisau\n\nBeigeladener 1 B.\n\nBeigeladene 2 C.\n\nBeigeladene 3 D.\n\nBeigeladene 4 E.\nvertreten durch RA EE.\n\nGegenstand Erwachsenenschutz\nAnträge\n\na) des Beschwerdeführers:\n\n1. Der Entscheid der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Appenzell Ausserrhoden\nvom 21. März 2019 zum \"Widerruf Ernennung Vertrauensperson\" von A. und ebenso\ndie superprovisorische Verfügung dazu der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde\nAppenzell Ausserrhoden vom 19. Februar 2019 seien vollumfänglich aufzuheben.\n\n2. A. sei in seiner Funktion als Vertrauensperson von E. zu belassen - allenfalls unter\nAnordnung von Einschränkungen.\n\n3. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Appenzell Ausserrhoden.\n\nb) der Vorinstanz:\n\n1. Die Beschwerde sei vollumfänglich abzuweisen.\n\n2. Unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten des Beschwerdeführers.\n\nc) des Beigeladenen 1:\n\n(kein Antrag)\n\nd) der Beigeladenen 2:\n\n(kein Antrag)\n\ne) der Beigeladenen 3:\n\n(kein Antrag)\n\nf) der Beigeladenen 4:\n\nDer Entlassung des Beschwerdeführers wird zugestimmt.\n\nSeite 2\nSachverhalt\n\nA. Übersicht\n\na) E. (geb. XX.XX.1998) leidet seit Jahren an erheblichen gesundheitlichen Problemen.\nVom 28. Februar 2018 bis 27. August 2018 lebte sie im Wohnheim G. in H. (ZH). Dem\nAustrittsbericht des Wohnheims G. zufolge (act. 8/96) hatte E. Phasen, während derer\nsie ihre Impulse nicht kontrollieren konnte. Es sei zu Strangulationen, Schlucken von\nGegenständen, bei Spaziergängen auf die Strasse rennen sowie fremdaggressivem\nVerhalten gekommen.\n\nb) In der Folge wurde E. im I. fürsorgerisch untergebracht. Nach einer Anhörung durch\ndie Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Appenzell Ausserrhoden (KESB) kehrte\nsie nicht wie abgemacht in ihr Zimmer im I. zurück, sondern begab sich zum Bahnhof,\nwo sie sich auf die Gleise setzte und schliesslich unter Polizeieinsatz in die Klinik\nzurückgebracht werden konnte, nachdem es zu Aggressionen gegen Personen und\nSachen sowie zu weiteren suizidalen Handlungen gekommen war (act. 8/180, S. 5).\n\nc) Die fürsorgerische Unterbringung nach dem Konzept \"J.\" unter der Verantwortung\ndes Vereins F., welche die KESB am 16. November 2018 angeordnet hatte, musste\nam 21. November 2018 abgebrochen werden. Nachdem sie wiederholt ausrückte, um\nE. vor Suizidversuchen zu retten, verbrachte die Polizei die Patientin ins I. zurück (act.\n8/205). Die dortige ärztliche Leitung verfügte die Zurückbehaltung; am 22. November\n2018 sprach der Psychiater Dr. K. eine fürsorgerische Unterbringung aus (act. 8/214).\nEine dagegen erhobene Beschwerde der Eltern von E. wies das Obergericht des\nKantons Appenzell Ausserrhoden am 5. Dezember 2018 ab (act. 8/242).\n\nd) Am 27. Dezember 2018 bezeichnete E. A. als Vertrauensperson im Sinne von Art.\n432 ZGB (act. 8/309).\n\ne) Zwischen Dezember 2018 und April 2019 wurde E. - teils mit ärztlicher Verfügung,\nteils mit Entscheid der KESB - zur fürsorgerischen Unterbringung in die Klinik L. (SG),\nin die Klinik M. (AG), in die Klinik N., in die Klinik O. (AG) und in die Klinik P. (GR)\neingewiesen. In diesen Institutionen verblieb E. jeweils nur für kurze Zeit (einige Tage\nbis wenige Wochen), bis sie - infolge von Strangulationsversuchen, Verschlucken\ngefährlicher Gegenstände und anderen selbst- und fremdgefährdenden Verhaltensweisen - wieder zurück in die Akutabteilung des I. verlegt wurde (Verfahren\n\nSeite 3\nERV 19 33, Entscheid vom 21. Mai 2019, act. 8/876, S. 2 ff.; Urteil des Bundesgerichts\n5A_542/2019 vom 30. Juli 2019 Sachverhalt A.).\n\nf) Mit superprovisorischer Verfügung vom 19. Februar 2019 (act. 8/590). resp. mit\nEntscheid vom 21. März 2019 (act. 2.1) wurde A. als Vertrauensperson durch die\nKESB abgesetzt. Zwischen diesen beiden Massnahmen bezeichnete E. am\n21. Februar 2019 Q. (act. 8/626) und am 8. März 2019 ihren Vater B. (act. 8/659) als\nVertrauensperson. Die Ernennung von Q. wurde am 5. März 2019 superprovisorisch\n(act. 8/645) und am 21. März 2019 definitiv widerrufen (act. 2.1).\n\ng) Seit dem 2. Oktober 2019 lebt E. unter der Verantwortung des Vereins F. in R. SG\n(act. 20 und 21).\n\nB. Prozessgeschichte\n\na) Gegen den Kollegialentscheid der KESB vom 21. März 2019, ebenso wie gegen die\nsuperprovisorische Verfügung vom 19. Februar 2019 erhob A. durch seinen\nRechtsvertreter am 1. April 2019 Beschwerde (act. 1).\n\n"}