{"Signatur": "AG_SVWG_002", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2023-03-29", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_SVWG_002_3-BE-2022-3-_2023-03-29.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/12927", "Checksum": "e8cde55290c270419510e1999ce0d395"}, "Scrapedate": "2026-06-11", "Scrapetime": "02:50:17", "Num": ["3-BE.2022.3 "], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 29.03.2023 3-BE.2022.3 "}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie  Steuern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia  Steuern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Spezialverwaltungsgericht / Abteilung Steuern Spezialverwaltungsgericht / Abteilung Steuern"}], "ScrapyJob": "446973/34/2673", "Zeit UTC": "22.06.2026 02:47:37", "Checksum": "d2fda99b640ce12efbd7df2d979de2b6", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Aargau Spezialverwaltungsgericht Steuern 29.03.2023 3-BE.2022.3 \n\n Spezialverwaltungsgericht\nSteuern\n\n3-BE.2022.3\n\nUrteil vom 29. März 2023\n\nBesetzung Präsident Fischer\nGerichtsschreiber Lenarcic\n\nBeschwerde- A._____\nführer 1\n\nBeschwerde- B._____\nführerin 2\n\nGegenstand Entscheid des Kantonalen Steueramtes, Rechtsdienst,\nvom 8. August 2022\nbetreffend Erlass der direkten Bundessteuer 2019\n-2-\n\nDer Einzelrichter entnimmt den Akten:\n\n1.\nMit Gesuch vom 23. April 2021 beantragten A._____ und B._____ beim\nKantonalen Steueramt den vollständigen Erlass der direkten Bundessteuer\n2019 (Kapitalzahlung).\n\n2.\nMit Schreiben vom 31. August 2021 ersuchte das Kantonale Steueramt\nA._____ und B._____ um ergänzende Angaben und Unterlagen. Sie kamen diesem Ersuchen (nach mehreren gewährten Fristerstreckungen) mit\nEingabe vom 30. Mai 2022 nach.\n\n3.\nDas Kantonale Steueramt fällte am 8. August 2022 den folgenden Entscheid:\n\n\"1.\nDas Erlassgesuch für die direkte Bundessteuer 2019 (Kapitalzahlung) wird\nabgewiesen.\n\n2.\nDas Gesuch um Bewilligung der unentgeltlichen Rechtsverbeiständung wird\nabgewiesen.\n\n3.\nEs werden keine Kosten erhoben und keine Parteientschädigung ausgerichtet.\"\n\n4.\nDen Entscheid des Kantonalen Steueramtes vom 8. August 2022 (Zustellung am 12. August 2022) haben A._____ und B._____ mit rechtzeitigem\nRekurs (recte: Beschwerde) vom 12. September 2022 (Postaufgabe gleichentags) an das Spezialverwaltungsgericht, Abteilung Steuern, weitergezogen. Sie stellen die folgenden Anträge:\n\n\"1.1. Der Entscheid vom 8.8., eing. 12.8.22 sei aufzuheben. Die Vorinstanz\nsei zu verurteilen, uns diese Steuern 2019 vollständig zu erlassen.\n1.2. Es seien unabhängige Richter einzusetzen.\n1.3. Es sei uns die unentgeltliche Rechtspflege + 1 unentgeltl. Anwalt einzusetzen.\n1.4. Es sei uns 1 Frist für Ergänzungen bis 27.9.22 einzuräumen\n1.5. Sämtliche Akten der Vorinstanz zu edieren\n1.6. Es sei uns eine Parteientschädigung von mindestens CHF 1000.- +\n1 Genugtuung von je CHF 100'000.- zuzusprechen für alle\n3 Familienmitglieder.\"\n-3-\n\nAuf die Begründung wird, soweit für die Entscheidung erforderlich, in den\nErwägungen eingegangen.\n\n5.\nDas Kantonale Steueramt beantragt unter Kostenfolge die Abweisung der\nBeschwerde, soweit darauf eingetreten werden könne.\n\n6.\nA._____ und B._____ haben eine Replik erstattet.\n-4-\n\nDer Einzelrichter zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1.\nDie vorliegende Beschwerde betrifft die direkte Bundessteuer 2019 (Kapitalzahlung). Massgebend für die Beurteilung der Beschwerde sind das Bundesgesetz über die direkte Bundessteuer (DBG) vom 14. Dezember 1990\nund die Verordnung des Eidgenössischen Finanzdepartements (EFD) über\ndie Behandlung von Gesuchen um Erlass der direkten Bundessteuer (Steuererlassverordnung) vom 12. Juni 2015.\n\n1.2.\nDie Kantone bestimmen die für den Erlass der direkten Bundessteuer zuständige kantonale Erlassbehörde (Art. 167b Abs. 1 DBG). Sie legen das\nErlassverfahren fest, soweit es nicht bundesrechtlich geregelt ist (Art. 167b\nAbs. 2 DBG). Im Kanton Aargau werden Erlassgesuche für die direkte Bundessteuer vom Kantonalen Steueramt behandelt (§ 18 der Verordnung zum\nBundesgesetz über die direkte Bundessteuer [VO DBG] vom 7. Dezember\n1994).\n\nSoweit das Bundesrecht keine abweichenden Vorschriften kennt, richtet\nsich der Rechtsschutz gegen Entscheide des Kantonalen Steueramts nach\nden gleichen Bestimmungen wie für Erlassentscheide betreffend Kantonsund Gemeindesteuern (§ 18a VO DBG mit Verweis auf § 231 Abs. 2 bis 4\ndes Steuergesetzes [StG] vom 15. Dezember 1998). Danach entscheidet\nder Präsident des Spezialverwaltungsgerichts als Einzelrichter endgültig,\nd.h. kantonal letztinstanzlich, über das Erlassgesuch (§ 231 Abs. 4 StG).\n\n2.\n2.1.\nDie Beschwerdeführer begründen ihre Beschwerde vorweg mit der Verletzung des Rechts auf Leben, Gesundheit, Art. 2, 3, 4, 8 der Konvention zum\nSchutze der Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK) vom 4. November 1950 (am 28. November 1974 für die Schweiz in Kraft getreten), Art. 7,\n9, 10 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV)\nvom 18. April 1999, Art. 15 der Verfassung des Kantons Aargau vom\n25. Juni 1980, Art. 8 der Verfassung des Kantons Solothurn vom 8. Juni\n1986, mit der Verletzung des Rechts auf unabhängige Richter, auf ein\nfaires Verfahren und auf Verbeiständung durch einen Anwalt gemäss Art.\n6 EMRK.\n\n2.2.\nDie Beschwerde muss einen Antrag und eine Begründung enthalten (vgl.\nArt. 140 Abs. 2 DBG). Antrag und Begründung sind Gültigkeitsvorausset-\n-5-\n\nzungen. Bei der Begründung ist zwischen der Begründungspflicht, die formellen Gehalt hat und daher eine Prozessvoraussetzung darstellt, und der\nRüge- bzw. Substantiierungspflicht, die materiellen Gehalt hat und keine\nProzessvoraussetzung darstellt, zu unterscheiden (vgl. Hunziker/Bigler, in:\nZweifel/Beusch [Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über die direkte\nBundessteuer [DBG], 4. Auflage, Basel 2002, Art. 140 DBG N 39, 41 f.).\n\n2.3.\nDie Rüge der Verletzung verfassungsmässiger Rechte bedarf spezifischer\nund sachbezogener Begründung. Eine bloss appellatorische Kritik am ergangenen Entscheid genügt diesen Erfordernissen nicht. Dabei hilft auch\nnicht ein pauschaler Verweis auf die EMRK, auf ein faires Verfahren etc.\n(vgl. Urteil des Bundesgerichts vom 13. April 2012 [2C_6/2012, 2C_7/2012,\n2C_8/2012, 2C_9/2012] = BStPra 2012 S. 69). Da die Beschwerdeführer\nihre entsprechenden Rügen nicht näher substantiieren bzw. sich mit dem\nvorinstanzlichen Entscheid nicht auseinandersetzen, ist darauf nicht einzutreten.\n\n"}