{"Signatur": "AG_OG_009", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2018-11-05", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_009_HOR-2016-19_2018-11-05.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/8651", "Checksum": "cf6dd7471bda015f1f45fa9679453bb9"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["HOR.2016.19"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aargau Obergericht Handelsgericht 05.11.2018 HOR.2016.19"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia  Handelsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Handelsgericht / 1. Kammer Obergericht / Handelsgericht / 1. Kammer"}], "ScrapyJob": "446973/34/2362", "Zeit UTC": "25.08.2025 03:10:28", "Checksum": "b6ffea045e9994fb97748ec015525e7a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Aargau Obergericht Handelsgericht 05.11.2018 HOR.2016.19\n\n Handelsgericht\n1. Kammer\n\nHOR.2016.19 / ts\n\nArt. 159\n\nUrteil vom 5. November 2018\n\nBesetzung Oberrichter Dubs, Präsident\nErsatzrichterin Fischer\nHandelsrichter Amacher\nHandelsrichter Meyer\nHandelsrichter Laube\nGerichtsschreiberin Schmutz\n\nKlägerin A._____ d.d.,\nvertreten durch Dr. iur. Valerie Meyer Bahar und MLaw Livia Keller,\nRechtsanwältinnen, Bahnhofstrasse 53, 8001 Zürich\n\nBeklagte B._____ Suisse S.A.,\nvertreten durch Dr. iur. Kilian Wunder, Rechtsanwalt, Steinenschanze 6,\n4051 Basel\n\nGegenstand Ordentliches Verfahren betreffend Forderung\n-2-\n\nDas Handelsgericht entnimmt den Akten:\n\n1.\nDie Klägerin ist eine Aktiengesellschaft nach slowenischem Recht mit Sitz\nin Ljubliana (vgl. Klagebeilage [KB] 1).\n\n2.\nDie Beklagte ist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Rothrist (Kanton Aargau). Sie bezweckt den Import, Export und Vertrieb von Waren aller Art (KB\n2).\n\nDie Beklagte ist eine Gesellschaft der \"B._____-Gruppe\". Letztere setzt\nsich aus der schweizerischen Beklagten sowie der schweizerischen\nB._____-X/Y AG mit Sitz in Basel und aus der österreichischen B._____-X\nGmbH mit Sitz in Innsbruck zusammen.\n\n3.\n3.1.\nMit Datum vom 9. Oktober 2009 wurde ein \"Distribution Agreement\" (KB 3;\nim Folgenden nur noch \"Distribution Agreement\") abgeschlossen. Unbestritten ist, dass die Klägerin (im Agreement als \"Company\" bezeichnet [KB\n3, S. 2]) Partei dieses Agreements war.\n\nZiff. 13.6 des \"Distribution Agreement\" (KB 3, S. 12) enthält eine Schiedsklausel mit folgendem Wortlaut:\n\n\" Arbitration and Jurisdiction thereof;\nAny controversy or claim arising out of or relating to this 'Agreement' or\nthe breach thereof shall be settled by arbitration. The number of arbitrators shall be 3 (three), One appointed by the 'Distributor', One appointed\nby the 'Company' and the Third being an independent body. The jurisdiction for arbitration shall be Ljubljana, the permanent arbitration of the Slovenian Chamber of Commerce, and Slovenian laws shall be used with\nregard to the resolution of the dispute. The language to be used in the\narbitration proceeding shall be English. In the event that the 'Parties' are\nunable to agree on the acceptability of the Third arbitrator or in case\nagreed arbitration at relevant point of time shall not exist or be in function,\nthe dispute shall be settled by the Competent Court in Ljubljana, Republic\nof Slovenia.\"\n\n3.2.\nZwischen den Parteien ist streitig, wer gemäss dem \"Distribution Agreement\" (alles) Vertragspartner (im Agreement als \"Distributor\" bezeichnet\n[KB 3, S. 2]) der Klägerin war. Unterzeichnet ist das Agreement \"for and\nbehalf of the 'Distributor' B._____ X AG\" von einem \"C._____\" (KB 3, S. 13).\n\nC._____ war damals und ist heute einzelzeichnungsberechtigtes Mitglied\ndes Verwaltungsrats sowohl der B._____-X/Y AG als auch der Beklagten\n-3-\n\n(vgl. Antwortbeilage [AB] 4 sowie KB 2 u. offenkundiger Auszug aus dem\nHandelsregister des Kantons Basel-Stadt betreffend die Beklagte vor deren\nSitzverlegung in den Kanton Aargau per 2. März 2012).\n\n3.3.\nUnbestritten ist, dass die Klägerin und die Beklagte jedenfalls seit dem Jahr\n2006 in einer \"geschäftlichen Beziehung\" standen, wobei die Klägerin der\nBeklagten Lebensmittelprodukte (im Folgenden: \"Vertragsprodukte\") lieferte, die diese auf dem Schweizer Markt verkaufte. Streitig ist der Inhalt\ndieser Geschäftsbeziehung.\n\n3.4.\nGemäss Ziff. 13.4 des \"Distribution Agreement\" war dessen Laufzeit befristet bis 31. Dezember 2014 (KB 3, S. 11). In der zweiten Hälfte des Jahres\n2014 wurden deshalb Verhandlungen über den Abschluss eines neuen Distribution Agreement aufgenommen. Eine Einigung konnte jedoch nicht erzielt werden.\n\n3.5.\nDie Parteien setzten ihre geschäftliche Beziehung im Jahr 2015 gleichwohl\nfort; streitig ist wiederum, was der Inhalt dieser Geschäftsbeziehung war.\nDie Geschäftsbeziehung endete Ende 2015.\n\n4.\nMit Klage vom 6. Mai 2016 beantragte die Klägerin:\n\n\"1.\nEs sei die Beklagte zu verpflichten, der Klägerin die folgenden Beträge\nzu bezahlen:\n\nEUR 13'401.63 nebst Zins zu 8.05 % seit 14. Januar 2016\nEUR 121'478.00 nebst Zins zu 8.05 % seit 21. Januar 2016\nEUR 106'277.60 nebst Zins zu 8.05 % seit 24. Januar 2016\nEUR 5'700.12 nebst Zins zu 8.05 % seit 27. Januar 2016\nEUR 101'361.80 nebst Zins zu 8.05 % seit 1. Februar 2016\nEUR 105'189.00 nebst Zins zu 8.05 % seit 11. Februar 2016\nEUR 7'770.08 nebst Zins zu 8.05 % seit 14. Februar 2016\nEUR 36'224.72 nebst Zins zu 8.05 % seit 15. Februar 2016\nEUR 109'037.36 nebst Zins zu 8.05 % seit 23. Februar 2016\nEUR 7'600.16 nebst Zins zu 8.05 % seit 1. März 2016\n\n2.\nAlles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zulasten der Beklagten.“\n\nZur Begründung führte sie aus, die Klagesumme setze sich aus Kaufpreisausständen bezüglich Lebensmittelprodukten zusammen, welche die Beklagte zwischen Oktober und Dezember 2015 bestellt und die Klägerin geliefert habe.\n-4-\n\n5.\nMit Klageantwort vom 2. September 2016 beantragte die Beklagte:\n\n\" 1.\nEs sei auf die Klage nicht einzutreten.\n\n2.\nEventualiter sei die Klage abzuweisen.\n\n3.\nUnter Kosten- und Entschädigungsfolge zulasten der Klägerin.\"\n\n"}