{"Signatur": "AG_OG_008", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2022-01-14", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_008_SBE-2021-15_2022-01-14.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4473", "Checksum": "62dc1fbe175c606563d488b6a3b59cbf"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["SBE.2021.15"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aargau Obergericht Strafgericht 14.01.2022 SBE.2021.15"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Strafgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie  Strafgericht"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia  Strafgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Strafgericht / Beschwerdekammer in Strafsachen Obergericht / Strafgericht / Beschwerdekammer in Strafsachen"}], "ScrapyJob": "446973/34/2362", "Zeit UTC": "25.08.2025 03:08:20", "Checksum": "2dd80a80e099a04897581e9667cba9d4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Aargau Obergericht Strafgericht 14.01.2022 SBE.2021.15\n\n Obergericht\nBeschwerdekammer in Strafsachen\n\nSBE.2021.15 / ik\n(STA.2020.6748)\nArt. 20\n\nEntscheid vom 14. Januar 2022\n\nBesetzung Oberrichter Lienhard, Vizepräsident\nGerichtsschreiberin Kabus\n\nBeschwerde- A._____,\nführerin verteidigt durch Rechtsanwalt Thomas Huber,\n[…]\n\nBeschwerde- Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau,\ngegnerin Seetalplatz, Bahnhofstrasse 4, 5600 Lenzburg\n\nPrivatklägerin 1 C._____,\n[…]\n\nPrivatklägerin 2 D._____,\n[…]\n1 und 2 vertreten durch Rechtsanwalt Fabian Meier,\n[…]\n\nAnfechtungs- Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau\ngegenstand vom 2. März 2021\n\nin der Strafsache gegen A._____\n-2-\n\nDer Vizepräsident entnimmt den Akten:\n\n1.\nMit Schreiben vom 31. August 2020 stellten C. und die D. bei der Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau Strafantrag gegen A. wegen Ehrverletzungen. Sie bezogen sich hierbei auf deren Äusserungen im der E-Mail vom\n3. Mai 2020 beiliegenden Schreiben an G., Koordinatorin, Soziale Dienste,\nB.\n\n2.\nDie Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau erliess am 2. März 2021 eine\nNichtanhandnahmeverfügung und hielt darin unter Ziff. 3.1. fest:\n\n\" Der Beschuldigten wird eine Entschädigung von CHF 746.80 ausgerichtet\n(Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. a StPO). Der Beschuldigten\nwird keine weitere Entschädigung und keine Genugtuung zugesprochen\n(Art. 310 Abs. 2 StPO i.V.m. Art. 429 Abs. 1 lit. b und c StPO sowie Art. 430\nAbs. 1 lit. c StPO).\"\n\nDie Nichtanhandnahmeverfügung wurde am 3. März 2021 von der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau genehmigt.\n\n3.\n3.1.\nGegen die ihr am 8. März 2021 zugestellte Nichtanhandnahmeverfügung\nerhob A. (nachfolgend: Beschwerdeführerin) am 16. März 2021 bei der Beschwerdekammer in Strafsachen des Obergerichts des Kantons Aargau\nBeschwerde mit folgenden Anträgen:\n\n\" 1.\nEs sei das Dispositiv der Nichtanhandnahmeverfügung vom 2. März 2021\nin Ziffer 3.1 aufzuheben und wie folgt zu ersetzen: «Der Beschuldigten wird\neine Entschädigung von CHF 3'291.65 (inkl. Spesen [CHF 182.40] und\nMehrwertsteuer [CHF 235.35]) zulasten der solidarisch haftenden Privatklägerinnen 1 und 2 zugesprochen.»\n\n2.\nEventualiter sei der Kanton Aargau zu verpflichten, der Beschuldigten eine\nParteientschädigung von CHF 2'544.50 (inkl. Spesen [CHF 182.40] und\nMehrwertsteuer [CHF 181.90]) auszurichten.\n\n3.\nSubventualiter sei das Verfahren an die Vorinstanz zwecks Eröffnung einer\nVerfahrenseinstellungsverfügung unter Kostenauferlegung der solidarisch\nhaftenden Privatklägerinnen 1 und 2 zurückzuweisen.\n\n4.\nAlles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen (zuzüglich 7.7 % MWST)\nzu Lasten der Staatskasse des Kantons Aargau. Der unterzeichnete\n-3-\n\nRechtsanwalt sei vor Eröffnung des Entscheides die Gelegenheit zu geben, seine Aufwendungen in Form einer detaillierten Kostennote geltend\nzu machen.\"\n\n3.2.\nDie Staatsanwaltschaft Lenzburg-Aarau verzichtete am 26. März 2021 auf\ndie Einreichung einer Beschwerdeantwort.\n\n3.3.\nDie Beschwerdeführerin liess sich am 30. März 2021 betreffend die Notwendigkeit der Aufforderung von C. (nachfolgend: Privatklägerin 1) und der\nD. (nachfolgend: Privatklägerin 2) zur Erstattung einer Beschwerdeantwort\nvernehmen.\n\n3.4.\nDie Privatklägerinnen stellten mit Beschwerdeantwort vom 29. April 2021\nfolgende Rechtsbegehren:\n\n\" 1.\nDie Beschwerde vom 16. März 2021 sei vollumfänglich abzuweisen, soweit darauf einzutreten ist.\n\n2.\nAlles unter Kosten- und Entschädigungsfolgen zu Lasten der Beschwerdeführerin.\"\n\n3.5.\nDie Beschwerdeführerin liess sich am 7. Mai 2021 erneut vernehmen und\nhielt an ihren bisherigen Anträgen fest. Gleichzeitig reichte sie eine Honorarnote ihres Verteidigers ein.\n\nDer Vizepräsident zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1.\n1.1.1.\nDie Legitimation zur Beschwerde setzt gemäss Art. 382 Abs. 1 StPO ein\nrechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheids voraus.\n\nDie Bestimmungen über die Nichtanhandnahme (Art. 310 Abs. 2 StPO)\nverweisen auf jene zur Einstellung (Art. 319 ff. StPO). Die Normen betreffend Verfahrenskosten nach Art. 416 StPO gelangen für sämtliche Erledigungsarten gleichermassen zur Anwendung. Die Art der Erledigung wirkt\nsich nicht nachteilig auf die beschuldigte Person aus (Urteil des Bundesgerichts 6B_472/2020 vom 13. Juli 2021 E. 2.3.1). Die beschuldigte Person\nist daher durch die Nichtanhandnahmeverfügung nicht beschwert (Urteile\n-4-\n\n6B_472/2020 vom 13. Juli 2021 E. 2.2.4 und 6B_783/2020 vom 31. März\n2021 E. 3, NATHAN LANDSHUT / THOMAS BOSSHARD, in: Kommentar zur\nSchweizerischen Strafprozessordnung, 3. Aufl. 2020, N. 13 zu Art. 310\nStPO; NIKLAUS SCHMID / DANIEL JOSITSCH, Handbuch des schweizerischen\nStrafprozessrechts, 2017, N. 1506; PATRICK GUIDON, Die Beschwerde gemäss Schweizerischer Strafprozessordnung, 2011, N. 256). Bei einem im\nZusammenhang mit der Nichtanhandnahme ergehenden, sie belastenden\nKosten- oder Entschädigungsentscheid ist die beschuldigte Person allerdings beschwert (SCHMID/JOSITSCH, a.a.O., N. 1506).\n\n"}