{"Signatur": "AG_OG_007", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2002-03-05", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_007_AGVE-2002-36_2002-03-05.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4019", "Checksum": "c5421452dac83bd7ff14e701b11bc9d4"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["AGVE_2002_36"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aargau Obergericht Versicherungsgericht 05.03.2002 AGVE_2002_36"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Versicherungsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie  Versicherungsgericht"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia  Versicherungsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Versicherungsgericht / 4. Kammer Obergericht / Versicherungsgericht / 4. 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Aufl., Bern 1983, S. 329).\n\n36 Art. 85 lit. d i.V.m. 30 Abs. 2 AVIG, § 2 V EG AVIG, § 2 RAV-Verordnung\nDie kantonalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) sind nicht befugt, Einstellungsverfügungen nach Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG zu erlassen.\n\nAus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 4. Kammer, vom 5. März\n2002 in Sachen H.A.S. gegen AWA.\n\nAus den Erwägungen\n\n2. a) Nach Art. 85 Abs. 1 AVIG gehört es zu den Aufgaben der\nkantonalen Amtsstellen, unter anderem Arbeitslose zu beraten (lit. a),\nihnen Weisungen nach Art. 17 Abs. 3 AVIG, d.h. zum Besuch von\nUmschulungs- und Weiterbildungskursen, zu erteilen (lit. c) und sie\nim Falle der Nichtbefolgung solcher Weisungen in der Anspruchsberechtigung einzustellen (lit. g i.V.m. Art. 30 Abs. 2 AVIG). Kantonale\nAmtsstelle im Sinne von Art. 85 AVIG ist im Kanton Aargau das\nKIGA bzw. AWA (vgl. § 2 des Einführungsgesetzes zum AVIG vom\n20. August 1985 [EG AVIG] i.V.m. § 2 der Verordnung zum EG\nAVIG vom 24. März 1986).\nb) Im Rahmen der AVIG-Revision vom 23. Juni 1995 wurden\ndie Kantone beauftragt, regionale Arbeitsvermittlungszentren (RAV)\neinzurichten und diesen Aufgaben der kantonalen Amtsstellen und\nder Gemeindearbeitsämter zu übertragen (Art. 85b Abs. 1 und 113\nAbs. 2 lit. c AVIG). Diese Bestimmung wurde auf den 1. Januar 1996\nin Kraft gesetzt (Art. 121 Abs. 2 AVIG i.V.m. Bundesratsbeschluss\nvom 11. Dezember 1995, AS 1996 S. 293). Der Regierungsrat des\nKantons Aargau erliess in der Folge am 17. April 1996 die kantonale\nVerordnung über die regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV-\nVerordnung) und setzte diese auf den 28. Juni 1996 mit Geltungsdauer bis zum Inkrafttreten des revidierten EG AVIG, längstens aber bis\nzum 31. Dezember 1997, in Kraft (§ 10 Abs. 1 RAV-Verordnung).\nMit Verordnungsänderung vom 19. November 1997 wurde § 10\n2002 Prozessrecht 113\n\nAbs. 1 RAV-Verordnung aufgehoben (in Kraft seit 1. Januar 1998;\nAGS 1997 S. 390).\nGemäss § 1 RAV-Verordnung betreibt der Kanton Aargau regionale Arbeitsvermittlungszentren (RAV), wobei das Departement des\nInnern deren Standorte und Zuständigkeitsregionen bestimmt und\nzudem RAV-Zweigstellen einrichten kann. Nach § 2 Abs. 1 RAV-\nVerordnung unterstützen und fördern die RAV Stellensuchende, insbesondere arbeitslose oder unmittelbar von Arbeitslosigkeit bedrohte,\nbei der Wiedereingliederung in den Erwerbsprozess. Zu diesem\nZweck vermitteln sie Arbeit und beraten und informieren in Arbeits-\nmarkt-, Weiterbildungs- und Umschulungsfragen. Nach § 2 Abs. 2\nRAV-Verordnung überträgt das Departement des Innern den RAV\nschrittweise jene in Art. 85 Abs. 1 AVIG aufgeführten Aufgaben der\nkantonalen Amtsstelle, die zur Erfüllung der sich aus § 2 Abs. 1 ergebenden Tätigkeiten erforderlich sind.\nc) Das Departement des Innern hat die Kompetenz des AWA\nzum Erlass von Einstellungsverfügungen im Sinne von Art. 30 Abs. 1\nlit. d AVIG bis heute nicht an die RAV übertragen. Damit fehlte es\ndem RAV Zofingen vorliegend an der Befugnis zur Einstellung des\nBeschwerdeführers in der Anspruchsberechtigung wegen Nichtbefolgung der Anweisung zum Besuch des Beschäftigungsprogramms.\nDiese Befugnis kann nicht dadurch hergestellt werden, dass der zuständigen Personalberaterin in einer Zusatzvereinbarung zum Anstellungsvertrag vom AWA die Kompetenz zum Erlass von Einstellungsverfügungen im Sinne von Art. 30 Abs. 1 lit. d AVIG eingeräumt\nwird (vgl. Erw. Ziff. 1c hievor). Die angefochtene Verfügung ist daher wegen fehlender Zuständigkeit des RAV Zofingen zu ihrem Erlass ungültig und dementsprechend in Gutheissung der dagegen erhobenen Beschwerde aufzuheben.\n3. Eine vom RAV erlassene Einstellungsverfügung könnte auch\nnach erfolgter Übertragung der entsprechenden Befugnis durch das\nDepartement des Innern im Anfechtungsfall nicht geschützt werden.\nDie Übertragung der Befugnis zur Regelung der Zuständigkeit der\nRAV vom Regierungsrat an das Departement des Innern widerspricht\n§ 91 Abs. 5 KV, wonach die Zuständigkeit des Regierungsrates zur\nRechtsetzung nicht übertragen werden darf. Entsprechend ist § 2\n114 Versicherungsgericht 2002\n\nAbs. 2 der RAV-Verordnung, wonach dem Departement des Innern\nder Entscheid überlassen ist, ob und welche Aufgaben des AWA im\nSinne von Art. 85 Abs. 1 AVIG den RAV übertragen werden, verfassungswidrig.\n2002 Prämienverbilligung 115\n\nII. Prämienverbilligung\n\n37 §§ 17 Abs. 4 und 5 EG KVG\nMöglichkeit der Nachvergütung von Prämienverbilligungsbeiträgen bei\nwesentlicher Reduktion des Erwerbseinkommens über einen Zeitraum\nvon mindestens sechs Monaten; zu beachtende Fristen.\n\nAus dem Entscheid des Versicherungsgerichts, 4. Kammer, vom 26. November 2002 in Sachen M. gegen Sozialversicherungsanstalt.\n\nAus den Erwägungen\n\n"}