{"Signatur": "AG_OG_006", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2000-07-26", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2000-35_2000-07-26.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4309", "Checksum": "06405d0ea29b2973933386b5716fd6a4"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["AGVE_2000_35"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 26.07.2000 AGVE_2000_35"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie  Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia  Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Verwaltungsgericht / 2. Kammer Obergericht / Verwaltungsgericht / 2. Kammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden betreffend Strafaufschub (§ 52 Ziff. 19 VRPG). Bindung an das rechtskräftige Strafurteil.\n- Vorfrageweise Prüfung (und Bejahung), ob das Bundesgericht die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Art. 97 ff. OG) hinsichtlich des Strafaufschubs bejahen würde (Erw. 1).\n- Verbindlichkeit des Strafurteils für die Strafvollzugsbehörden und die Rechtsmittelinstanzen im Vollzugsverfahren (Erw. 4)."}], "ScrapyJob": "446973/34/2362", "Zeit UTC": "25.08.2025 03:19:04", "Checksum": "74b80d43afb666166e807446f23a4129", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 26.07.2000 AGVE_2000_35\nRegeste:\nZuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden betreffend Strafaufschub (§ 52 Ziff. 19 VRPG). Bindung an das rechtskräftige Strafurteil.\n- Vorfrageweise Prüfung (und Bejahung), ob das Bundesgericht die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Art. 97 ff. OG) hinsichtlich des Strafaufschubs bejahen würde (Erw. 1).\n- Verbindlichkeit des Strafurteils für die Strafvollzugsbehörden und die Rechtsmittelinstanzen im Vollzugsverfahren (Erw. 4).\n\n2000 Straf- und Massnahmenvollzug 127\n\nIV. Straf- und Massnahmenvollzug\n\n35 Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts zur Beurteilung von Beschwerden\nbetreffend Strafaufschub (§ 52 Ziff. 19 VRPG). Bindung an das\nrechtskräftige Strafurteil.\n- Vorfrageweise Prüfung (und Bejahung), ob das Bundesgericht die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde (Art. 97 ff. OG) hinsichtlich des Strafaufschubs bejahen würde (Erw. 1).\n- Verbindlichkeit des Strafurteils für die Strafvollzugsbehörden und die\nRechtsmittelinstanzen im Vollzugsverfahren (Erw. 4).\n\nEntscheid des Verwaltungsgerichts, 2. Kammer, vom 26. Juli 2000 in\nSachen R.V. gegen Entscheid des Regierungsrats.\n\nSachverhalt\n\nDer Beschwerdeführer verlangte ein Hinausschieben des Zeitpunkts für den Strafantritt. Weiter beantragte er sinngemäss, das Verwaltungsgericht solle die Korrektheit des Strafurteils überprüfen.\n\nAus den Erwägungen\n\n1. a) Das Verwaltungsgericht ist zuständig, Beschwerden gegen\nletztinstanzliche Verfügungen und Entscheide der Verwaltungsbehörden über Entlassung und Rückversetzung im Straf- und Massnahmenvollzug zu beurteilen (§ 52 Ziff. 13 VRPG). Modalitäten des\nStrafvollzugs, wie beispielsweise der Zeitpunkt des Strafantritts,\nfallen nicht unter diese Bestimmung (AGVE 1987, S. 222).\nb) aa) Das Verwaltungsgericht beurteilt Beschwerden gegen\nletztinstanzliche Verfügungen und Entscheide der Verwaltungsbehörden über Anordnungen, die sich auf öffentliches Recht des Bun-\n128 Verwaltungsgericht 2000\n\ndes stützen und bei denen unmittelbar die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht zulässig ist (§ 52 Ziff. 19 VRPG). Es ist\nalso vorfrageweise zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Erhebung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht erfüllt sind.\nbb) aaa) Die Zulässigkeit der Verwaltungsgerichtsbeschwerde\nans Bundesgericht richtet sich nach Art. 97 Abs. 1 OG. Von den dort\ngenannten Voraussetzungen (vgl. dazu: Michael Merker, Rechtsmittel, Klage und Normenkontrollverfahren nach dem aargauischen\nGesetz über die Verwaltungsrechtspflege [Kommentar zu den §§ 38-\n72 VRPG], Diss. Zürich 1998, § 52 N 146 ff.) sind zwei klarerweise\nerfüllt: Das Verwaltungsgericht ist eine Vorinstanz im Sinne von\nArt. 98 lit. g OG, und ein Ausschluss der Verwaltungsgerichtsbeschwerde besteht im Sachbereich des Strafvollzugsrechts nicht\n(Art. 100 Abs.1 lit. f OG [e contrario]). Fraglich ist einzig, ob sich\ndie Verfügung über den Strafantritt auf öffentliches Recht des Bundes stützt. Dabei ist allerdings zu beachten, dass im Verfahren der\nVerwaltungsgerichtsbeschwerde auch Anordnungen überprüft werden, die sich auf unselbstständiges kantonales Ausführungsrecht zum\nBundesrecht stützen oder die auf kantonalem Recht beruhen, aber\neinen hinreichend engen Sachzusammenhang mit der im Rahmen der\nVerwaltungsgerichtsbeschwerde zu beurteilenden Frage des Bundesverwaltungsrechts aufweisen (BGE 122 II 75; Alfred Kölz/Isabelle\nHäner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des\nBundes, 2. Aufl., Zürich 1998, Rz. 892 i.V.m. Rz. 509 f.; Rhinow/Koller/Kiss, Öffentliches Prozessrecht und Justizverfassungsrecht des Bundes, Basel/Frankfurt a.M. 1996, Rz. 1228; Merker,\na.a.O., § 52 N 150).\nbbb) Der Strafvollzug ist zu einem erheblichen Teil durch Bundesrecht geregelt. So ist in diesem Bereich die Verwaltungsgerichtsbeschwerde ans Bundesgericht jedenfalls gegeben bei der bedingten\nEntlassung und der Rückversetzung (Art. 38 StGB), beim probeweisen Aufschub der Landesverweisung im Zusammenhang mit der\n2000 Straf- und Massnahmenvollzug 129\n\n"}