{"Signatur": "AG_OG_006", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2000-12-19", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_006_AGVE-2000-109_2000-12-19.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4383", "Checksum": "8807db2c2188bece0720d765f6e47cca"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["AGVE_2000_109"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 19.12.2000 AGVE_2000_109"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie  Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia  Verwaltungsgericht"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Verwaltungsgericht / 1. Kammer Obergericht / Verwaltungsgericht / 1. Kammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Sanktionsschema (Richtlinien Verwaltungsmassnahmen, Kürzung der Direktzahlungen bei nicht vollständiger Erfüllung der Beitragsvoraussetzungen vom 1. Juli bzw. 1. November 1999).\n- Funktion und Bindungswirkung (Erw. 2.3.3.1. - 2.2.3.3.2).\n- Zulässigkeit einer Toleranz von 10 Punkten (Erw. 2.3.3.2.5.1.)"}], "ScrapyJob": "446973/34/2362", "Zeit UTC": "25.08.2025 03:18:48", "Checksum": "0e5d56731c058f4a9f9fc7e7844f1215", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Aargau Obergericht Verwaltungsgericht 19.12.2000 AGVE_2000_109\nRegeste:\nSanktionsschema (Richtlinien Verwaltungsmassnahmen, Kürzung der Direktzahlungen bei nicht vollständiger Erfüllung der Beitragsvoraussetzungen vom 1. Juli bzw. 1. November 1999).\n- Funktion und Bindungswirkung (Erw. 2.3.3.1. - 2.2.3.3.2).\n- Zulässigkeit einer Toleranz von 10 Punkten (Erw. 2.3.3.2.5.1.)\n\n2000 Direkzahlungen 463\n\nAbgeltungen, in: Bundesblatt 1987 I 415). Akontozahlungen sind per\ndefinitionem Leistungen, welche ohne vorgängige Prüfung der Anspruchsvoraussetzungen erbracht werden. Deshalb kann zum vornherein kein schützenswertes Vertrauen gegeben sein, dass die Beiträge auch nach Prüfung und daraus folgender Verneinung der Anspruchsvoraussetzungen der staatlichen Rückforderung entzogen\nsind.\n(...)\n\n109 Sanktionsschema (Richtlinien \"Verwaltungsmassnahmen, Kürzung der\nDirektzahlungen bei nicht vollständiger Erfüllung der Beitragsvoraussetzungen\" vom 1. Juli bzw. 1. November 1999).\n- Funktion und Bindungswirkung (Erw. 2.3.3.1. - 2.2.3.3.2).\n- Zulässigkeit einer Toleranz von 10 Punkten (Erw. 2.3.3.2.5.1.)\n\nAus einem Entscheid der Landwirtschaftlichen Rekurskommission vom 19.\nDezember 2000 in Sachen U. S. gegen Finanzdepartement (Abteilung Landwirtschaft).\n\nAus den Erwägungen\n\n...2.3.3.1. Art. 70 Abs. 1 DZV räumt den rechtsanwendenden\nBehörden ein grosses Ermessen hinsichtlich der auszufällenden\nSanktion ein. Damit soll aber nicht der Willkür Tür und Tor geöffnet\nwerden. Deshalb müssen die Behörden bei der Ausübung des\npflichtgemässen Ermessens insbesondere das Rechtsgleichheitsgebot, das Verhältnismässigkeitsprinzip, den Sinn und Zweck der gesetzlichen Ordnung und die Pflicht zur Wahrung der öffentlichen\nInteressen beachten (Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des\nAllgemeinen Verwaltungsrechts, Zürich 1998, 3. Auflage, N. 357).\n2.3.3.2.1. Um kantonale Unterschiede bei der Handhabung des\nErmessens zu vermeiden, hiess die interkantonale Landwirtschaftsdirektorenkonferenz an der Sitzung vom 1. Juli 1999 die vom Bundesamt für Landwirtschaft ausgearbeiteten Richtlinien \"Verwaltungs-\n464 Landwirtschaftliche Rekurskommission 2000\n\nmassnahmen, Kürzung der Direktzahlungen bei nicht vollständiger\nErfüllung der Beitragsvoraussetzungen\" (nachfolgend: Sanktionsschema) grundsätzlich gut und empfahl sie den Kantonen zur Anwendung. Der Regierungsrat des Kantons Aargau erklärte dieses\nSanktionsschema - einschliesslich der mit Schreiben des Bundesamtes für Landwirtschaft vom 1. November 1999 präzisierenden Änderungen betreffend den biologischen Landbau - als für den Vollzug\nverbindlich und ermächtigte die Abteilung Landwirtschaft, die\nRichtlinien auf einzelne, nicht geregelte Fälle zu interpretieren (RRB\nvom 15. März 2000, Art. Nr. 2000-000484).\n2.3.3.2.2. Die Landwirtschaftliche Rekurskommission ist als\nSpezialverwaltungsgericht an Gesetz und Recht gebunden; Erlasse\ndes Regierungsrates sind soweit verbindlich, als sie Verfassung und\nGesetz entsprechen (§ 2 VRPG; Michael Merker, Rechtsmittel,\nKlage und Normkontrollverfahren nach dem aargauischen Gesetz\nüber die Verwaltungsrechtspflege, Zürich 1998, N. 23 zu § 53 VRPG,\nFN. 40).\nDas erwähnte Sanktionsschema dient, wie erwähnt\n(Erw. 2.3.3.2.1.), bloss (aber immerhin) der Schaffung einer einheitlichen Verwaltungspraxis. Es stellt damit eine sog. Verwaltungsverordnung dar, welche den Bürger nicht direkt bindet. Da sie nicht vom\nverfassungsmässigen Gesetzgeber stammt, sondern von der Verwaltungsbehörde, kann sie keine von der gesetzlichen Ordnung abweichenden Bestimmungen vorsehen. Sie stellt lediglich eine Meinungsäusserung über die Gesetzesanwendung dar. Das Gericht soll eine\nVerwaltungsverordnung bei seiner Entscheidfindung mitberücksichtigen, aber nur falls sie eine dem Einzelfall angepasste und gerecht\nwerdende Auslegung der anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen\nzulässt (BGE 122 V 25, 121 II 478 ff., je mit weiteren Hinweisen;\nLKE DZ.99.50006 vom 27. April 2000 i. S. E. R., Erw. 2.3.3.4.4.).\nDie im Sanktionsschema vorgenommene Auslegung des LwG-CH\nund der DZV unterliegt also der richterlichen Nachprüfung, d.h. hier\nder Nachprüfung durch die Landwirtschaftliche Rekurskommission.\n2000 Direkzahlungen 465\n\n"}