{"Signatur": "AG_OG_001", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2023-01-23", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_001_ZBE-2022-10_2023-01-23.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/6674", "Checksum": "c04f6bca9190bcaabfb53e49c28bdb62"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["ZBE.2022.10"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern 23.01.2023 ZBE.2022.10"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern 23.01.2023 ZBE.2022.10"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern 23.01.2023 ZBE.2022.10"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Zivilgericht / 3. Zivilkammer Obergericht / Zivilgericht / 3. 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Am 22. Juli\n2022 (Postaufgabe) reichte M. beim Bezirksgericht Brugg eine Ausschlagungserklärung ein. Am 28. Juli 2022 (Postaufgabe) reichten G. und L.\nbeim Bezirksgericht Brugg Ausschlagungserklärungen ein. Am 2. August\n2022 reichte F. eine Ausschlagungserklärung ein. Am 25. August 2022\nreichte I. beim Bezirksgericht Brugg eine Ausschlagungserklärung ein. Am\n30. August 2022 (Postaufgabe) reichte K. beim Bezirksgericht Brugg eine\nAusschlagungserklärung ein. Am 15. September 2022 (Postaufgabe)\nreichte H. beim Bezirksgericht Brugg eine Ausschlagungserklärung ein.\n\n2.2.\nMit Entscheid vom 29. November 2022 verfügte das Bezirksgerichtspräsidium Brugg wie folgt:\n\n\" 1.\nDie zwischen dem 20. Juli 2022 und dem 15.Septemnber 2022 abgegebene Ausschlagungserklärungen der Erben:\n\n- D.,\n- E.,\n- M.,\n- G.,\n- L.,\n- F.,\n- I.,\n-3-\n\n- K.,\n- H.,\n\nwerden protokolliert.\n\n2.\nDie Entscheidgebühr von Fr. 300.00 zuzüglich Kosten der Beweisführung\nvon Fr. 53.10, total Fr. 353.10, werden den ausschlagenden Erben solidarisch auferlegt. \"\n\n3.\n3.1.\nMit Eingabe vom 2. Dezember 2022 erhob der Beschwerdeführer beim\nObergericht des Kantons Aargau Beschwerde und erklärte, dass er das\nErbe infolge versäumter Frist nachträglich ausschlagen möchte.\n\n3.2.\nMit Eingabe vom 16. Dezember 2022 (Postaufgabe) reichte der Beschwerdeführer weitere Unterlagen beim Obergericht des Kantons Aargau ein. Er\nerklärte erneut, dass er das Erbe ausschlagen und auf die Liste des Entscheids vom 29. November 2022 gesetzt werden möchte.\n\nDas Obergericht zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1.\nAngefochten ist ein Entscheid des Bezirksgerichtspräsidiums Brugg betreffend Protokollierung der Ausschlagungserklärungen i.S.v. Art. 570 Abs. 3\nZGB. Dabei handelt es sich um einen Akt der (nicht streitigen) freiwilligen\nGerichtsbarkeit (BGE 114 II 220 E. 1).\n\n1.2.\n1.2.1.\nDie ZPO regelt gemäss Art. 1 lit. b das Verfahren für gerichtliche Anordnungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit. Gemäss Art. 248 lit. e ZPO ist für\ndiese Angelegenheiten das summarische Verfahren anwendbar. Nach der\nRechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 139 III 225) gilt Art. 1 lit. b ZPO\nallerdings nur dort, wo das Bundesrecht selbst eine gerichtliche Behörde\nvorschreibt. In den übrigen Bereichen der freiwilligen Gerichtsbarkeit, in\nwelchen die Kantone in der Bezeichnung der zuständigen Behörde frei\nsind, wenden diese weiterhin kantonales Verfahrensrecht an, wobei sie\neine eigene Regelung aufstellen oder auf eine bestimmte Verfahrensordnung verweisen können. Deren Normen stellen diesfalls aber nicht Bundesrecht, sondern kantonales Recht dar.\n-4-\n\n1.2.2.\nBei der Protokollierung der Ausschlagungserklärungen i.S.v. Art. 570\nAbs. 1 ZGB sind die Kantone frei in der Bezeichnung der zuständigen Behörde (Art. 570 Abs. 1 ZGB i.V.m. Art. 54 Abs. 1 SchlT ZGB). Der Kanton\nAargau hat diese Zuständigkeit der Gerichtspräsidentin bzw. dem Gerichtspräsidenten übertragen (§ 66 Abs. 3 EG ZGB) und die Bestimmungen des\nsummarischen Verfahrens gemäss den Art. 248 ff. ZPO als anwendbar erklärt (§ 66 Abs. 4 EG ZGB), welche somit als kantonales Recht zur Anwendung gelangen.\n\n1.3.\nIm summarischen Verfahren gemäss Art. 248 lit. e ZPO ergangene Endentscheide sind bei einem Streitwert von mindestens Fr. 10'000.00 mit Berufung anfechtbar, sonst mit Beschwerde (Art. 308 Abs. 1 lit. a und Abs. 2\nsowie Art. 319 lit. a ZPO). Dies gilt auch für erbrechtliche Angelegenheiten,\ndie grundsätzlich als solche vermögensrechtlicher Art erscheinen\n(BGE 5A_395/2010 E. 1.2.2). Nachdem die Vorinstanz in der Rechtsmittelbelehrung die Beschwerde als zulässiges Rechtsmittel bezeichnet und der\nBeschwerdeführer nicht geltend gemacht hat, es liege ein Streitwert vor,\nwelcher zur Berufung berechtige, ist das Rechtsmittel als Beschwerde entgegenzunehmen.\n\n"}