{"Signatur": "AG_OG_001", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2022-02-28", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_001_ZBE-2021-7_2022-02-28.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4694", "Checksum": "613bf8f0711fee75245a36fa358a44dc"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["ZBE.2021.7"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern 28.02.2022 ZBE.2021.7"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern 28.02.2022 ZBE.2021.7"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern 28.02.2022 ZBE.2021.7"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Zivilgericht / 3. Zivilkammer Obergericht / Zivilgericht / 3. 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(Beschwerdeführerin), B. zu\nadoptieren, bewilligt (act. 26 f.).\n\n1.2.\nEnde 2019 wurden die Adoptionsunterlagen bei der Schweizer Vertretung\nin Abuja eingereicht (act. 30). Gemäss üblichem Vorgehen wurden diese\ndurch den Vertrauensanwalt auf deren Echtheit und Gültigkeit geprüft\n(act. 13-16).\n\n2.\n2.1.\nMit Sendung vom 10. März 2020 übermittelte die Schweizer Vertretung die\nnigerianische Adoptionsurkunde und weitere Dokumente in die Schweiz zur\nPrüfung der Anerkennung der Adoption und Eintragung im schweizerischen\nPersonenstandsregister.\n\n2.2.\nMit Schreiben vom 8. Oktober 2020 teilte das Departement Volkswirtschaft\nund Inneres, Abteilung Register und Personenstand (Aufsichtsbehörde)\nder Beschwerdeführerin mit, dass sie die in Nigeria ausgesprochene Adoption nicht anerkennen werde und gab ihr Gelegenheit, sich zu diversen Fragen zu äussern (act. 31 f.).\n\n2.3.\nMit Eingabe vom 18. Dezember 2020 nahm die Beschwerdeführerin Stellung (act. 37 ff.).\n\n2.4.\nAm 14. Juli 2021 erliess die Aufsichtsbehörde folgende Verfügung:\n\n\" 1.\nDas Gesuch um Anerkennung der am 15. Mai 2019 in Nigeria erfolgten\nAdoption des Kindes B. wird abgewiesen.\n\n2.\nEs werden keine Gebühren erhoben.\n\n3.\nParteikosten werden im erstinstanzlichen Verfahren nicht ersetzt (§ 32\nAbs. 1 VRPG).\"\n-3-\n\n3.\n3.1.\nAm 14. September 2021 erhob die Beschwerdeführerin beim Obergericht\ndes Kantons Aargau Beschwerde gegen die ihr am 15. Juli 2021 (act. 48\nund 49) zugestellte Verfügung. Sie beantragte Folgendes:\n\n\" 1.\nDie Verfügung der Beschwerdegegnerin vom 14. Juli 2021 sei aufzuheben.\n\n2.\nDer Adoptionsentscheid (Adoption Order) vom 15. Mai 2019 des Chief\nMagistrate's Court of Cross River State, Calabar Magisterial District, Calabar, Nigeria, Verfarens-Nr. X, betreffend Einzeladoption von B., geb. am\ntt.mm.2009 in Nigeria, Cross River State, Ikom, nigerianischer Staatsangehöriger, durch die Beschwerdeführerin sei anzuerkennen.\n\n3.\nDas zuständige Zivilstandsamt sei anzuweisen, das Kindsverhältnis zwischen der Beschwerdeführerin und dem Kind B. entsprechend dem Adoption Order vom 15. Mai 2019, vorgenannt, im Schweizerischen Zivilstandsregister einzutragen.\n\n- unter Kosten- und Entschädigungsfolge -\"\n\n3.2.\nMit Vernehmlassung vom 13. Januar 2022 beantragte die Aufsichtsbehörde, die Beschwerde sei unter Kostenfolge zu Lasten der Beschwerdeführerin vollumfänglich abzuweisen.\n\n3.3.\nMit Eingabe vom 27. Januar 2022 nahm die Beschwerdeführerin zur Vernehmlassung der Aufsichtsbehörde Stellung.\n\nDas Obergericht zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1.\nDas Departement Volkswirtschaft und Inneres ist Aufsichtsbehörde im Zivilstandswesen (§ 2 Abs. 1 der Verordnung zum Einführungsgesetz zum\nSchweizerischen Zivilgesetzbuch). Entscheide der Aufsichtsbehörde im Zivilstandswesen können mit Beschwerde beim Obergericht (Zivilgericht) angefochten werden, wenn sie nicht Disziplinarmassnahmen zum Gegenstand haben. Es sind die Bestimmungen über das verwaltungsgerichtliche\nBeschwerdeverfahren gemäss VRPG anwendbar (§ 9 Abs. 2 des Einführungsgesetzes zum Schweizerischen Zivilgesetzbuch [EG ZGB]).\n-4-\n\n1.2.\nDie Rechtsmittelvoraussetzungen der Beschwerde, insbesondere betreffend Einhaltung der Beschwerdefrist (§ 44 Abs. 1 VRPG), sind erfüllt; auf\ndie Beschwerde ist einzutreten.\n\n1.3.\nMit der Beschwerde können die unrichtige oder unvollständige Feststellung\ndes Sachverhalts sowie Rechtsverletzungen gerügt werden (§ 55 Abs. 1\nVRPG). Dem Obergericht steht damit die volle Kognition zur Überprüfung\nder Verfügung der Vorinstanz zu. Der Sachverhalt ist, unter Beachtung der\nVorbringen der Parteien, von Amtes wegen zu ermitteln (§ 17 Abs. 1\nVRPG). Die Parteien sind verpflichtet, an der Feststellung des Sachverhaltes mitzuwirken (§ 23 Abs. 1 VRPG).\n\n"}