{"Signatur": "AG_OG_001", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2022-01-18", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_001_ZBE-2021-11_2022-01-18.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4520", "Checksum": "88cca9b0d54433f4c71d475321eaa020"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["ZBE.2021.11"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern 18.01.2022 ZBE.2021.11"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern 18.01.2022 ZBE.2021.11"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern 18.01.2022 ZBE.2021.11"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Zivilgericht / 3. Zivilkammer Obergericht / Zivilgericht / 3. 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November 2021 erklärten sie und ihr Ehemann I. im Übrigen auch die\nAusschlagung für ihre minderjährigen Kinder J., K. und L..\n\n2.\nMit Entscheid vom 10. November 2021 (SE.2021.472) verfügte der Präsident des Bezirksgerichts Kulm:\n\n\" 1.\nEs wird festgestellt, dass\n\n G., geboren am tt.mm.jjjj, von R. und S., U-strasse T.\n\n M., geboren am tt.mm.jjjj, von R., U-strasse T.\n\n O., geboren am tt.mm.jjjj, von R., U-strasse T.\n\n L., geboren am tt.mm.jjjj, von R., U-strasse T.\n\ndie Erbschaft ausgeschlagen haben.\n\n2.\nEs wird festgestellt, dass\n\n D., geboren am tt.mm.jjjj, von S. und U., V-strasse V.\n\n A., geboren am tt.mm.jjjj, von S., W-strasse Q.\n\n E., geboren am tt.mm.jjjj, von S., X-Strasse W.\n\n F., geboren am tt.mm.jjjj, von S. und X., Y-strasse S.\n\n H., geboren am tt.mm.jjjj, von S., Z-strasse Y.\n\n C., geboren am tt.mm.jjjj, von S. und T., U-strasse T.\n\ndie Erbschaft angenommen haben.\n\n3.\nDie Entscheidgebühr von Fr. 300.00 wird den ausschlagenden Erben\nauferlegt.\"\n-3-\n\n3.\n3.1.\nMit Eingabe vom 22. November 2021 erhob die Beschwerdeführerin gegen\nden ihr am 15. November 2021 zugestellten Entscheid vom 10. November\n2021 Beschwerde.\n\n3.2.\nDie Vorinstanz liess sich mit Eingabe vom 6. Januar 2022 vernehmen.\n\nDas Obergericht zieht in Erwägung:\n\n1.\n1.1.\nAngefochten ist ein Entscheid des Gerichtspräsidiums Kulm betreffend Protokollierung von Ausschlagungserklärungen i.S.v. Art. 570 Abs. 3 ZGB. Dabei handelt es sich um einen Akt der freiwilligen (nichtstreitigen) Gerichtsbarkeit (BGE 114 II 220 E. 1).\n\nNach Art. 570 Abs. 1 ZGB hat der Erbe die Ausschlagung bei der «zuständigen Behörde» mündlich oder schriftlich zu erklären. Diese führt über die\nAusschlagungen ein Protokoll (Art. 570 Abs. 3 ZGB). Wo das ZGB von einer «zuständigen Behörde» spricht, bestimmen gemäss Art. 54 Abs. 1\nSchlT ZGB die Kantone, welche bereits vorhandene oder erst zu schaffende Behörde zuständig sein soll (Art. 54 Abs. 1 SchlT ZGB). Soweit das\nZGB nicht ausdrücklich entweder vom Gericht oder von einer Verwaltungsbehörde spricht, sind die Kantone frei, welche Behörde sie bezeichnen (vgl.\nArt. 54 Abs. 2 SchlT ZGB). Den Kantonen steht es sodann frei, kantonales\nVerfahrensrecht anzuwenden, aber auch die ZPO als anwendbar zu erklären (Botschaft ZPO, BBl 2006 7221, 7257).\n\nIm Kanton Aargau ist nach § 66 Abs. 3 EG ZGB der Bezirksgerichtspräsident zuständig für alle den Erbgang betreffenden Massnahmen. § 66\nAbs. 4 EG ZGB sieht vor, dass die Bestimmungen des summarischen Verfahrens gemäss den Art. 248 ff. ZPO anwendbar sind.\n\nAnordnungen der freiwilligen Gerichtsbarkeit können sodann grundsätzlich\nmit den gleichen Rechtsmitteln angefochten werden wie die Entscheide in\nstreitigen Zivilsachen (STAEHELIN/STAEHELIN/GROLIMUND/BACHOFNER, Zivilprozessrecht, Unter Einbezug des Anwaltsrechts und des internationalen\nZivilprozessrechts, 3. Aufl. 2019, S. 66).\n-4-\n\n1.2.\nIm summarischen Verfahren gemäss Art. 248 lit. e ZPO ergangene Endentscheide sind bei einem Streitwert von mindestens Fr. 10'000.00 mit Berufung anfechtbar, andernfalls mit Beschwerde (Art. 308 Abs. 1 lit. a und\nAbs. 2 sowie Art. 319 lit. a ZPO). Dies gilt auch für erbrechtliche Angelegenheiten, die grundsätzlich als solche vermögensrechtlicher Art gelten\n(BGE 5A_395/2010 E. 1.2.2). Ein Streitwert ist aus den vorinstanzlichen\nAkten nicht ersichtlich. Nachdem die Vorinstanz in der Rechtsmittelbelehrung die Beschwerde als zulässiges Rechtsmittel bezeichnet hat und nicht\ngeltend gemacht wird, es liege ein Streitwert vor, der zur Berufung berechtige, ist die Eingabe der Beschwerdeführerin vom 22. November 2021 als\nBeschwerde entgegenzunehmen.\n\n1.3.\nDamit auf die Beschwerde eingetreten werden kann, muss die Beschwerde\nerhebende Person durch den angefochtenen Entscheid beschwert sein, mit\nanderen Worten ein schutzwürdiges Interesse tatsächlicher oder rechtlicher Natur an der Aufhebung bzw. Abänderung des angefochtenen Entscheides haben (REETZ, in: Sutter-Somm/Hasenböhler/Leuenberger\n[Hrsg.], Kommentar zur Schweizerischen Zivilprozessordnung, 3. Aufl.\n2016, N. 30 zu Vorbemerkungen zu den Art. 308-318 ZPO).\n\n2.\n2.1.\nMit ihrer Beschwerde erklärt die Beschwerdeführerin die Erbausschlagung\nund reicht zudem die Ausschlagungserklärungen ihrer Söhne AA. und AB.\nein. Sinngemäss wehrt sie sich damit gegen die Feststellung in Dispositiv-\nZiffer 2 des angefochtenen Entscheids, dass sie die Erbschaft angenommen habe.\n\n"}