{"Signatur": "AG_OG_001", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2006-08-14", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_001_AGVE-2006-3_2006-08-14.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/3499", "Checksum": "98d24b878e9d3a7eda3872ab176cd33d"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["AGVE_2006_3"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern 14.08.2006 AGVE_2006_3"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern 14.08.2006 AGVE_2006_3"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern 14.08.2006 AGVE_2006_3"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Zivilgericht / 4. Zivilkammer Obergericht / Zivilgericht / 4. 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Vorläufige Einstellung der Betreibung.\nGegen den Entscheid über die vorläufige Einstellung der Betreibung gemäss Art. 85a Abs. 2 SchKG gibt es kein kantonales Rechtsmittel (Bestätigung der Rechtsprechung in AGVE 1997 Nr. 10 S. 51).\n\nAus dem Entscheid des Obergerichts, 4. Zivilkammer, vom 14. August 2006\nin Sachen M. AG gegen J.E.\n\nAus den Erwägungen\n\n3. Von Bundesrechts wegen wird die Klage gemäss Art. 85\nSchKG im summarischen und die Klage gemäss Art. 85a SchKG im\nbeschleunigten Verfahren durchgeführt. Das gilt auch für die vorläufige Einstellung der Betreibung gemäss Art. 85a Abs. 2 SchKG\n(Art. 85a Abs. 4 SchKG; AGVE 1997 Nr. 10 S. 51 ff. Erw. 1b). Dieser publizierte Entscheid gilt nach wie vor, da das revidierte kantonale Recht keine Änderung in dieser Frage brachte. Gemäss § 301\nAbs. 1 ZPO entscheidet der Gerichtspräsident im summarischen Verfahren die durch § 20 Abs. 1 und 2 des Einführungsgesetzes zum\nBundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs (EG SchKG) vom\n22. Februar 2005 in dieses Verfahren gewiesenen Rechtssachen. Gemäss § 20 Abs. 1 lit. c EG SchKG entscheidet der Präsident des Bezirksgerichts im summarischen Verfahren lediglich über die Aufhebung oder Einstellung der Betreibung gemäss Art. 85 SchKG, nicht\naber über die vorläufige Einstellung der Betreibung gemäss Art. 85a\nAbs. 2 SchKG. Nachdem das erst kürzlich revidierte kantonale Recht\ndie vorläufige Einstellung der Betreibung gemäss Art. 85a Abs. 2\nSchKG nicht in das summarische Verfahren verweist (§ 23 Abs. 1\ni.V.m. § 20 EG SchKG), geht es nicht an, die Bestimmung von § 20\nAbs. 1 lit. c EG SchKG analog auf die vorläufige Einstellung der\n30 Obergericht 2006\n\nBetreibung gemäss Art. 85a Abs. 2 SchKG anzuwenden, auch wenn\nes sich sachlich um eine vorsorgliche Massnahme handelt und solche\nüblicherweise im summarischen Verfahren erlassen werden. Den\nMaterialien zum EG SchKG lässt sich nicht entnehmen, weshalb\nArt. 85a Abs. 2 SchKG nicht in der (abschliessenden) Aufzählung\nvon § 20 EG SchKG erscheint. Dass dies so ist, hat aber seinen guten\nGrund, denn andernfalls wären die (vorläufigen) Zwischenentscheide\ngemäss Art. 85a Abs. 2 SchKG mit Beschwerde anfechtbar (§ 21 EG\nSchKG), was dem Beschleunigungsgebot von Art. 85a Abs. 4 SchKG\n(i.V.m. Art. 25 Ziff. 1 SchKG) zuwiderliefe (vgl. dazu Jaeger/Walder/\nKull/Kottmann, Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs,\n4. A., Zürich 1997, N 30 zu Art. 85a SchKG, welche kantonale\nRechtsmittel gegen die vorläufige Einstellung der Betreibung gemäss\nArt. 85a Abs. 2 SchKG aus diesem Grund für bundesrechtswidrig\nhalten).\n4.1. Die Frage, ob gegen einen Massnahmeentscheid gemäss\nArt. 85a Abs. 2 SchKG ein Rechtsmittel gegeben ist, beurteilt sich\ngemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung nach kantonalem Recht\n(BGE 125 III 440 ff. Erw. 2b). Nach kantonalem Recht gibt es aber\nkein Rechtsmittel gegen die vorläufige Einstellung der Betreibung\ngemäss Art. 85a Abs. 2 SchKG (AGVE 1997 Nr. 10 S. 51 ff.). Dieser\npublizierte Entscheid gilt, wie bereits erwähnt, nach wie vor, da das\nrevidierte kantonale Recht keine Änderung in dieser Frage brachte.\nAuch ändert BGE 125 III 440 ff. daran nichts, weil dieser Entscheid\neinzig das solothurnische Zivilprozessrecht beschlägt, das vom aargauischen Zivilprozessrecht in wesentlichen Punkten abweicht.\n4.2. Gemäss § 21 EG SchKG sind die Entscheide der Gerichtspräsidentin oder des Gerichtspräsidenten und des Bezirksgerichts gemäss § 20 EG SchKG an das Obergericht weiterziehbar, mit\nAusnahme der Fälle gemäss § 20 Abs. 1 lit. d, g, l, m, n und p. § 20\nAbs. 1 EG SchKG, auf welchen sich § 21 EG SchKG bezieht, enthält\naber - wie dargelegt zu Recht - keine Ausführungsbestimmung zu\nArt. 85a SchKG, sondern nur eine solche zu Art. 85 SchKG (§ 20\nAbs. 1 lit. c EG SchKG). Aus dem Einführungsgesetz zum SchKG\nergibt sich somit keine Möglichkeit der Weiterziehung des Entscheids über die vorläufige Einstellung der Betreibung gemäss\n2006 Schuldbetreibungs- und Konkursrecht 31\n\n"}