{"Signatur": "AG_OG_001", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2005-11-01", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_001_AGVE-2005-1_2005-11-01.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/3597", "Checksum": "ca7521bfebd0f851f346c8d740037fab"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["AGVE_2005_1"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern 01.11.2005 AGVE_2005_1"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern 01.11.2005 AGVE_2005_1"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern 01.11.2005 AGVE_2005_1"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Zivilgericht / 1. Zivilkammer Obergericht / Zivilgericht / 1. Zivilkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 111 Abs. 2, 113 und 116 ZGB.\nDie Bedenkzeit gemäss Art. 111 Abs. 2 ZGB ist auch im Rahmen von Art. 116 ZGB zwingend zu beachten. Die Parteien sind mit der Eröffnung der Bedenkfrist auf die Rechtsfolgen einer Nichtbestätigung des Scheidungswillens ausdrücklich hinzuweisen. Da im Anwendungsbereich von Art. 116 ZGB bereits eine Klage und - gegebenenfalls - eine Widerklage angehoben worden sind, bedarf es bei Ausbleiben der Bestätigung des Scheidungswillens keiner Fristansetzung i.S.v. Art. 113 ZGB zur Ersetzung des gemeinsamen Scheidungsbegehrens durch eine Klage. Bei Ausbleiben der Bestätigung des Scheidungswillens hat das Gericht den Parteien in anfechtbarer Form die Abweisung des gemeinsamen Scheidungsbegehrens und deren Gründe zu eröffnen."}], "ScrapyJob": "446973/34/2362", "Zeit UTC": "25.08.2025 03:16:06", "Checksum": "37963bcad8ccd67d0dfbedd8034849b7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Aargau Obergericht Zivilkammern 01.11.2005 AGVE_2005_1\nRegeste:\nArt. 111 Abs. 2, 113 und 116 ZGB.\nDie Bedenkzeit gemäss Art. 111 Abs. 2 ZGB ist auch im Rahmen von Art. 116 ZGB zwingend zu beachten. Die Parteien sind mit der Eröffnung der Bedenkfrist auf die Rechtsfolgen einer Nichtbestätigung des Scheidungswillens ausdrücklich hinzuweisen. Da im Anwendungsbereich von Art. 116 ZGB bereits eine Klage und - gegebenenfalls - eine Widerklage angehoben worden sind, bedarf es bei Ausbleiben der Bestätigung des Scheidungswillens keiner Fristansetzung i.S.v. Art. 113 ZGB zur Ersetzung des gemeinsamen Scheidungsbegehrens durch eine Klage. Bei Ausbleiben der Bestätigung des Scheidungswillens hat das Gericht den Parteien in anfechtbarer Form die Abweisung des gemeinsamen Scheidungsbegehrens und deren Gründe zu eröffnen.\n\n2005 Zivilrecht 25\n\nI. Zivilrecht\n\nA. Familienrecht\n\n1 Art. 111 Abs. 2, 113 und 116 ZGB.\nDie Bedenkzeit gemäss Art. 111 Abs. 2 ZGB ist auch im Rahmen von\nArt. 116 ZGB zwingend zu beachten. Die Parteien sind mit der Eröffnung\nder Bedenkfrist auf die Rechtsfolgen einer Nichtbestätigung des\nScheidungswillens ausdrücklich hinzuweisen. Da im Anwendungsbereich\nvon Art. 116 ZGB bereits eine Klage und - gegebenenfalls - eine Widerklage angehoben worden sind, bedarf es bei Ausbleiben der Bestätigung\ndes Scheidungswillens keiner Fristansetzung i.S.v. Art. 113 ZGB zur Ersetzung des gemeinsamen Scheidungsbegehrens durch eine Klage. Bei\nAusbleiben der Bestätigung des Scheidungswillens hat das Gericht den\nParteien in anfechtbarer Form die Abweisung des gemeinsamen Scheidungsbegehrens und deren Gründe zu eröffnen.\n\nAus dem Entscheid des Obergerichts, 1. Zivilkammer, vom 1. November\n2005 in Sachen G. B. gegen C. B.\n\nAus den Erwägungen\n\nNach Art. 116 ZGB sind die Bestimmungen über die Scheidung\nauf gemeinsames Begehren sinngemäss anwendbar, wenn ein\nEhegatte die Scheidung nach Getrenntleben oder wegen Unzumutbarkeit verlangt und der andere Ehegatte ausdrücklich zustimmt oder\nWiderklage erhebt. Der Scheidungsgrund von Art. 114 oder 115 ZGB\nkommt alsdann nicht mehr zur Anwendung, sondern weicht - da faktisch ein gemeinsames Begehren vorliegt - jenem nach Art. 111/112\nZGB (Steck, Basler Kommentar, 2. A., Basel/Genf/München 2002,\nN 10 zu Art. 116 ZGB; Rumo-Jungo, Die Scheidung auf Klage, in:\nAJP 1999, S. 1537; Fankhauser, in: Schwenzer, FamKommentar\nScheidung, 2. A., Bern 2005, N 2 zu Art. 116 ZGB; Reusser, Die\nScheidungsgründe und die Ehetrennung, in: Hausheer, Vom alten\n26 Obergericht 2005\n\nzum neuen Scheidungsrecht, ASR 625, Bern 1999, Rz 1.87). Bei\ndieser Konstellation bezweckt Art. 116 ZGB in erster Linie die\nEinhaltung der Verfahrensgarantien von Art. 111 und 112 ZGB, d.h.\nes soll verhindert werden, dass diese - insbesondere die zweimonatige Bedenkzeit - durch eine fingierte Streitscheidung umgangen\nwerden (Botschaft des Bundesrates über die Änderung des schweizerischen Zivilgesetzbuches vom 15. November 1995, BBl 1996,\nS. 93; Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht,\nZürich 1999, N 9 zu Art. 116 ZGB; Steck, a.a.O., N 3 ff. zu Art. 116\nZGB; Reusser, a.a.O., Rz 1.88; Fankhauser, a.a.O., N 2 f. zu Art. 116\nZGB; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 1537). Diese Verfahrensgarantien gelten sowohl für den Scheidungswillen als auch für eine Vereinbarung\nüber die Nebenfolgen der Scheidung (Fankhauser, a.a.O., N 6, 23 zu\nArt. 116 ZGB; Steck, a.a.O., N 14, 30 zu Art. 116 ZGB; Reusser,\na.a.O., Rz 1.98; Bräm, Die Scheidung auf gemeinsames Begehren,\ndie Wechsel der Verfahren [Art. 111 bis 113, 116 ZGB] und die\nAnfechtung der Scheidung auf gemeinsames Begehren [149 ZGB],\nin: AJP 1999, S. 1519; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 1539; a.A. Sutter/\nFreiburghaus, a.a.O., N 15 zu Art. 116 ZGB). Auch die Anfechtung\neines gestützt auf Art. 116 ZGB in analoger Anwendung von Art. 111\noder 112 ZGB ergangenen Scheidungsurteils richtet sich nach den\nBestimmungen über die Scheidung auf gemeinsames Begehren\n(Steck, a.a.O., N 33 zu Art. 116 ZGB; Sutter/Freiburghaus, a.a.O.,\nN 9 zu Art. 116 ZGB; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 1539).\nEine Scheidung auf gemeinsames Begehren darf gemäss\nArt. 111 Abs. 2 ZGB erst ausgesprochen und die Vereinbarung\ngenehmigt werden, wenn beide Ehegatten nach einer zweimonatigen\nBedenkzeit seit der Anhörung schriftlich ihren Scheidungswillen und\nihre Vereinbarung bestätigt haben. Diese Bestimmung ist auch im\nRahmen von Art. 116 ZGB zwingend zu beachten (Steck, a.a.O.,\nN 14 zu Art. 116 ZGB; Fankhauser, a.a.O., N 24 ff. zu Art. 116 ZGB;\nBräm, a.a.O., S. 1519; Rumo-Jungo, a.a.O., S. 1539; Reusser, a.a.O.,\nRz 1.98; Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 15 zu Art. 116 ZGB, eingeschränkt auf den Scheidungswillen). Erfolgt nach Ablauf der\nBedenkzeit von keiner Partei eine schriftliche Bestätigung des Scheidungswillens, ist Rückzug sowohl der Klage wie auch der Widerkla-\n2005 Zivilrecht 27\n\n"}