{"Signatur": "AG_OG_001", "Spider": "AG_Gerichte", "Datum": "2001-09-26", "PDF": {"Datei": "AG_Gerichte/AG_OG_001_AGVE-2001-1_2001-09-26.pdf", "URL": "https://decwork.ag.ch/api/main/v1/de/decrees_pdf/4143", "Checksum": "524b3615d903a31f301b932decd052b7"}, "Scrapedate": "2025-08-25", "Num": ["AGVE_2001_1"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern 26.09.2001 AGVE_2001_1"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern 26.09.2001 AGVE_2001_1"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern 26.09.2001 AGVE_2001_1"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Aargau Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Argovie Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Argovia Obergericht Zivilkammern"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Obergericht / Zivilgericht / 1. Zivilkammer Obergericht / Zivilgericht / 1. Zivilkammer"}], "Abstract": [{"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Art. 146 f. ZGB. Honorar des anwaltlichen Kinderbeistandes:\n- Die Kosten für die Vertretung des Kindes sind Gerichts-, nicht Unterhaltskosten (§ 196f Abs. 2 ZPO) (Erw. 3a). \n- Rechtsmittel, wenn der Kinderbeistand ausschliesslich die Festsetzung seines Honorars beanstandet (Erw. 3b).\n- Bemessung des Honorars des anwaltlichen Kinderbeistandes: Direkte Anwendung des Anwaltstarifs (§ 3 Abs. 1 lit. b AnwT); das zum Grundhonorar des Anwalts in einer Scheidung ohne Streitwert in Beziehung zu setzende Grundhonorar des anwaltlichen Kinderbeistandes beträgt - aussergewöhnliche Fälle vorbehalten - Fr. 2'500.-- (Erw. 3c).\nMediation zwischen den Eltern ist nicht Aufgabe des Kinderbeistandes (Erw. 3c/dd)."}], "ScrapyJob": "446973/34/2362", "Zeit UTC": "25.08.2025 03:18:21", "Checksum": "45090cb3770ca8f5adc9c3672eb5480d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Aargau Obergericht Zivilkammern 26.09.2001 AGVE_2001_1\nRegeste:\nArt. 146 f. ZGB. Honorar des anwaltlichen Kinderbeistandes:\n- Die Kosten für die Vertretung des Kindes sind Gerichts-, nicht Unterhaltskosten (§ 196f Abs. 2 ZPO) (Erw. 3a). \n- Rechtsmittel, wenn der Kinderbeistand ausschliesslich die Festsetzung seines Honorars beanstandet (Erw. 3b).\n- Bemessung des Honorars des anwaltlichen Kinderbeistandes: Direkte Anwendung des Anwaltstarifs (§ 3 Abs. 1 lit. b AnwT); das zum Grundhonorar des Anwalts in einer Scheidung ohne Streitwert in Beziehung zu setzende Grundhonorar des anwaltlichen Kinderbeistandes beträgt - aussergewöhnliche Fälle vorbehalten - Fr. 2'500.-- (Erw. 3c).\nMediation zwischen den Eltern ist nicht Aufgabe des Kinderbeistandes (Erw. 3c/dd).\n\n2001 Zivilrecht 21\n\nI. Zivilrecht\n\nA. Familienrecht\n\n1 Art. 146 f. ZGB.\nHonorar des anwaltlichen Kinderbeistandes:\n- Die Kosten für die Vertretung des Kindes sind Gerichts-, nicht Unterhaltskosten (§ 196f Abs. 2 ZPO) (Erw. 3a).\n- Rechtsmittel, wenn der Kinderbeistand ausschliesslich die Festsetzung seines Honorars beanstandet (Erw. 3b).\n- Bemessung des Honorars des anwaltlichen Kinderbeistandes: Direkte\nAnwendung des Anwaltstarifs (§ 3 Abs. 1 lit. b AnwT); das zum\nGrundhonorar des Anwalts in einer Scheidung ohne Streitwert in Beziehung zu setzende Grundhonorar des anwaltlichen Kinderbeistandes beträgt - aussergewöhnliche Fälle vorbehalten - Fr. 2'500.--\n(Erw. 3c).\nMediation zwischen den Eltern ist nicht Aufgabe des Kinderbeistandes\n(Erw. 3c/dd).\n\nAus dem Entscheid des Obergerichts, 1. Zivilkammer, vom 26. September\n2001 in Sachen K. J.-T. gegen Ph. J.\n\nAus den Erwägungen\n\n3. a) Bezüglich der Kosten schreibt das Bundesrecht lediglich\nvor, dass das Kind nicht mit Gerichts- und Parteikosten belastet werden darf (Art. 147 Abs. 3 ZGB). Im Übrigen richtet sich die Regelung der Kosten der Kindesvertretung nach kantonalem Recht\n(Spühler, Neues Scheidungsverfahren, Zürich 1999, S. 46 f.; Bähler,\nDie Vertretung des Kindes im Scheidungsprozess, Beistandschaft\nnach Art. 146 ZGB, ZVW 2001 S. 196). Bei der Kindesvertretung\nhandelt es sich faktisch um eine Kindesschutzmassnahme, weshalb\nfür die Entschädigung der Kindesvertretung die Grundsätze des\nVormundschaftsrechts zur Anwendung kommen (Botschaft vom\n22 Obergericht/Handelsgericht 2001\n\n15. November 1995 zum neuen Scheidungsrecht, S. 148). Einige\nAutoren vertreten deshalb die Auffassung, die Kosten seien - soweit\nsie die Tätigkeit des Beistandes und nicht das Verfahren seiner Einsetzung betreffen - von den Eltern als Unterhaltskosten i.S.v. Art. 276\nAbs. 1 ZGB, d.h. entsprechend ihrer Leistungsfähigkeit, zu tragen\n(Reusser, Die Stellung der Kinder im neuen Scheidungsrecht, in:\nHausheer [Hrsg.], Vom alten zum neuen Scheidungsrecht, Bern\n1999, Rz. 4.97; Hausheer, Die wesentlichen Neuerungen des neuen\nScheidungsrechts, ZBJV 1999 S. 29 f.). Der überwiegende Teil der\nLehre hält hingegen dafür, dass die Kosten der Kindesvertretung\nunter Einschluss der durch die Vertretung ausgelösten Folgekosten\n(Gutachten, Zeugenbefragungen etc.) aufgrund des überwiegenden\nprozessualen Konnexes als Verfahrenskosten zu qualifizieren sind,\nwelche vom Gericht - wie die Kosten eines Prozesses über den Familienstand (Hegnauer, Berner Kommentar, Bern 1997, N 42 zur\nArt. 276 ZGB) - nach dem Prozessausgang, oder, falls dies nicht\nmöglich ist, weil z.B. die Kindesvertretung gegen ein von den Eltern\nakzeptiertes Urteil appelliert, nach Billigkeitsgesichtspunkten zu\nverlegen sind (Sutter/Freiburghaus, Kommentar zum neuen Scheidungsrecht, N 59 zu Art. 146/147 ZGB; Freiburghaus, Auswirkungen\nder Scheidungsrechtsrevision auf die Kinderbelange und die\nvormundschaftlichen Organe, ZVW 1999 S. 148; Sutter-Somm, Das\nneue Scheidungsrecht als Schwerpunkt der Änderung des Zivilgesetzbuches vom 26. Juni 1998, ZZW 1998 S. 355; PraxisKommentar/Schweighauser, Basel 2000, N 46 ff. zu Art. 147 ZGB; Breitschmid, Kind und Scheidung der Elternehe, in: Das neue Scheidungsrecht, Zürich 1999, S. 134; Steck, Die Vertretung des Kindes\nim Prozess der Eltern, AJP 1999 S. 1566; Bähler, a.a.O., S. 196). Der\nQualifikation als Unterhaltskosten wird vorab entgegengehalten, dass\nin diesem Fall die Kosten durch die Vormundschaftsbehörde festgesetzt und von den Eltern mittels vormundschaftlicher Aufsichtsbeschwerde angefochten werden müssten, was zu einer unnötigen\nKomplizierung des Rechtsweges führe (Sutter-Somm, a.a.O., S. 355;\nFreiburghaus, a.a.O., S. 148; Sutter/Freiburghaus, a.a.O., N 59 zu\nArt. 146/147 ZGB). Bereits in der Botschaft zum neuen Scheidungsrecht war darauf hingewiesen worden, dass die Kosten, die direkt\n2001 Zivilrecht 23\n\n"}